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von Siebenthal Erich · Nationalrat · 2013-06-17

von Siebenthal Erich · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2013-06-17

Wortprotokoll

Ich spreche zum Ziel 3 des UVEK, Strategie Biodiversität Schweiz und Waldpolitik 2020.

Holz aus dem Schweizer Wald ist eine einheimische Biomasse, deren Potenzial bei Weitem noch nicht ausgenützt ist. Sie hat Potenzial. Der Schweizer Wald stellt uns jedes Jahr rund zehn Millionen Kubikmeter Holz zur Verfügung. Genutzt wird nur etwa die Hälfte, fünf Millionen Kubikmeter. Die Vorräte nehmen also immer noch von Jahr zu Jahr enorm zu. Zugleich nehmen dadurch die Qualität des Waldes und seine Widerstandskraft bei kommenden Herausforderungen ab. Die Nutzung dieses Potenzials, das heisst die Bewirtschaftung dieser Wälder, könnte einen positiven Beitrag zur Erreichung der Energieziele des Bundes leisten. Gleichzeitig leistet die Nutzung von Holz mit Blick auf viele andere Strategien des Bundesrates einen positiven Beitrag. Stichworte sind hier: Waldpolitik und Biodiversität. Nur durch die Bewirtschaftung des Waldes stärken wir die Biodiversität, denn Licht im Wald bedeutet Leben für Pflanzen und Tiere. Zugleich fördern wir den Jungwaldaufwuchs und stärken so den Wald für die zukünftigen grossen Herausforderungen. Um diese wichtigen Ziele zu erreichen, die Nutzung des Holzpotenzials, muss das Holz erreichbar sein. Heute aber ist die Erreichbarkeit grosser Teile dieser Holzvorräte absolut ungenügend, weil der Zugang zu diesem Holz nicht sichergestellt ist.

Wenn es der Politik wirklich ernst ist mit der Absicht, die Biomasse, unseren nachwachsenden Rohstoff Holz, der vor unserer Haustür in grossen Mengen wächst, zu nutzen, dann muss dieses Potenzial auch erschlossen werden. Wer Holz als Rohstoff nutzen will, muss den Weg zum Holz sicherstellen. Kurz und gut: Ohne Erschliessungen ist Holz als Biomasse nicht verfügbar. In diesem Sinne leisten Walderschliessungen einen positiven Beitrag an die Energiepolitik, an die Waldpolitik und an die Biodiversität.

Zudem sind die entsprechenden Arbeitsplätze für den ländlichen Raum von grosser Wichtigkeit. Wenn der Bund in die Erschliessung dieser Wälder investiert, kann er Mittel in anderen Programmen einsparen, weil die Ziele dann automatisch erfüllt werden. Wir brauchen nicht mehr Studien, Konzepte und Strategien, wir brauchen Unterstützung - Mittel, die draussen, auf der Fläche und im Wald, investiert werden und wirken. Die Konzepte und Lösungen sind bekannt.

Es ist im Interesse des Waldes, der Natur und der einheimischen Rohstoff- und Energieversorgung, dass wir dieses Potenzial erschliessen. Es darf nicht sein, dass wir uns immer mehr nach ausländischen Energieträgern ausrichten und uns in diese Abhängigkeit begeben und zugleich unseren CO2-neutralen Rohstoff Holz ungenügend nutzen.