Lexipedia

Dettling Toni · Ständerat · 2001-09-27

Dettling Toni · Ständerat · Schwyz · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2001-09-27

Wortprotokoll

Erlauben Sie mir aufgrund meiner beruflichen Verbindung zur Immobilienwirtschaft einige kurze Ausführungen und einige Fragen zur Botschaft. Ich will mich dabei nicht mit den Projekten als solchen befassen, sondern vielmehr mit einigen grundsätzlichen Aspekten. Der Bund und namentlich auch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation haben eine Strategie der nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz formuliert. Im Aktionsfeld Wirtschaft dieser Strategie wird unter anderem gefordert, die Beschaffungskräfte für den Einbezug ökologischer und nachhaltiger Kriterien zu sensibilisieren. Das UVEK und dessen ausführende Ebenen haben im Weiteren mehrfach dargelegt, dass neben der Erfüllung von strengen Energieeffizienz-Standards besonders auch die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen gefördert werden soll.

In seinen "Schwerpunkten Waldpolitik Bund" vom Mai 2001 hat sich das UVEK zum Ziel gesetzt, die Nutzung von Schweizer Holz zu steigern. In dieselbe Richtung zielt auch das Förderungsprogramm "Holz 21", welches vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft diesen Frühling gestartet worden ist. Diese Anliegen können meines Erachtens bei der Realisierung von grösseren Bauvorhaben, wie eben bei den hier genannten, besonders gut und ganz direkt in die [PAGE 598] Tat umgesetzt werden. Insbesondere der Neubau des Verwaltungsgebäudes des UVEK in Ittigen, bei dem die Ausschreibung eines Wettbewerbes unter Generalunternehmungen erfolgt, bietet beste Voraussetzungen, um Zielsetzungen der Nachhaltigkeit zum Durchbruch zu verhelfen.

Die Zielsetzungen und die Aufträge sollten deshalb so ausgestaltet werden, dass - so die drei Zielsetzungen - die Funktionalität am Werk möglichst optimal ist, dass günstige Baukosten und tiefe Betriebskosten erreicht werden und dass eine gute Ressourcenbilanz durch die Verwendung entsprechender Baustoffe und Materialien erfolgt.

Ich habe deshalb in diesem Zusammenhang drei kurze Fragen an den Bundesrat:

1. Sollte nicht bei der Ausschreibung des Wettbewerbes unter Generalunternehmungen die Verwendung von regenerierbaren Rohstoffen bereits in der Präqualifikation ein Beurteilungskriterium bilden?

2. Könnte man nicht verlangen, dass bei diesem Neubau als Hybridbau - also eine Mischung von verschiedenen Materialien - neben Baustoffen wie Stahl, Beton und Glas dem einheimischen Rohstoff Holz eine wichtige Rolle zukommt?

3. Wäre es nicht wünschenswert, dass das Projektteam in jedem Generalunternehmen so zusammengestellt wird, dass es den Anforderungen von Hybridbauten gerecht werden kann? Ich meine hier vor allem die Spezialisten für die Architektur, für die Ingenieurarbeiten und auch die Spezialisten für die Auswahl der Baumaterialien.

Zusammengefasst: Wäre es im Dienste der aufgezeigten Grundsätze des Bundes nicht angezeigt, bei der Vorbereitung und Abwicklung von Bauprojekten geeignete Vorkehren zu treffen, damit der einheimische Rohstoff Holz vermehrt zum Zuge kommen wird?