AB 15953
Brändli Christoffel · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-10-02
Wortprotokoll
Ich muss meinem Nachbarn This Jenny kurz antworten, der davon gesprochen hat, dass wir hier irgendwelche Geister beschwören. Man muss hier klar sagen, dass es nicht darum geht, dass wir irgendwelche Geister anrufen, sondern wir tun hier etwas ganz Selbstverständliches, etwas, das in anderen Ländern auch selbstverständlich ist. Ich bin ja in diesem Bereich tätig. Ich muss Ihnen sagen: Ich bin immer wieder darüber erstaunt, wie mangelndes Bewusstsein und auch Nachlässigkeit zu vielen Problemen führen. Man könnte sehr vieles in diesem Bereich lösen, wenn eben etwas mehr Sensibilität vorhanden wäre. Die mangelnde Sensibilität ist in der Regel das grössere Problem als die Behinderungen.
Ich benutze die Gelegenheit gerne für ein Beispiel: Wenn der Bund über 800 Millionen Franken für eine Expo zur Verfügung stellt und wir heute feststellen, dass sie nicht durchgehend behindertengerecht ist, ist das natürlich auch ein Zeichen mangelnder Sensibilität.
Es geht ja darum, dass wir ein selbst bestimmtes Leben dort ermöglichen, wo es Sinn macht, also nicht durchwegs. Überlegen Sie sich einmal: Was machen wir in der Politik generell für die Nichtbehinderten? Wir machen nichts anderes, als auch diesen Menschen ein selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen. Wir sollten da eben mit gleicher Elle messen, auch wenn das etwas kostet.