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Freitag Pankraz · Ständerat · 2013-03-19

Freitag Pankraz · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion · 2013-03-19

Wortprotokoll

Ich beschränke mich noch auf einen Hinweis zum Thema internationale Lösung, die immer dann zur Sprache kommt, wenn es schwierig ist. Es gibt übrigens auch Ideen, diese Abfälle in den Weltraum zu schiessen; wenn die Rakete beim Start aber einen Unfall hätte, würde es dann etwas schwieriger.

Ich bin überzeugt, dass wir uns jetzt nicht auf eine internationale Lösung sozusagen beschränken dürfen und dass wir nicht aufhören dürfen, selbst weiterzumachen, und zwar aus folgenden Gründen: Wohin wollen wir denn diese Abfälle bringen - nach Ostsibirien oder in die Südsahara? Das wäre aus meiner Sicht nicht verantwortbar. Wir könnten die Sicherheit, den Transport technisch nicht überprüfen. Es wäre zudem ethisch nicht verantwortbar; das würde dann nämlich unter dem Titel "Abfallkolonialismus" laufen.

Wenn man jetzt sagt, man könnte im Rahmen des europäischen Umfelds ein internationales Lager suchen - das steht nicht zur Diskussion, weil, wie ich gesagt habe, alle Länder andere Gesetzgebungen haben -, und wenn man sich einen Moment lang überlegt, was das heissen würde, dann stellt man fest, dass es wahrscheinlich nur so gehen könnte, dass sich Länder zusammenschliessen und gemeinsam den besten Standort suchen. Wir wären dann auch dabei. Wenn am Schluss der beste Standort in Zentraleuropa für alle in der Schweiz wäre, würden wir dann sagen, dass es halt jetzt so sei und dass wir das machen? Ich will damit nur sagen, dass das nicht ganz einfach ist.

Bis dann wirklich gebaut wird, dauert der ganze Prozess ja noch ein paar Jahrzehnte. Ich bin nicht Prognostiker, aber vielleicht sieht es in zwanzig, dreissig Jahren anders aus. Wir dürfen uns aber nicht auf so etwas verlassen, sonst stehen wir eines Tages ohne eigene Lösung da und sind total erpressbar. Das müssen wir ausschliessen, und darum müssen wir im Moment auf diesem Weg weitergehen. Ich engagiere mich auch für dieses nichtglarnerische Thema, weil ich persönlich davon überzeugt bin, dass es zwar ein sehr langer und sehr schwieriger Weg ist, dass es aber gut möglich oder sogar wahrscheinlich ist, dass wir ans Ziel kommen.