Glanzmann-Hunkeler Ida · Nationalrat · 2013-09-17
Glanzmann-Hunkeler Ida · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP-EVP · 2013-09-17
Wortprotokoll
Als ich dieses Postulat einreichte, las man fast jedes Wochenende in den Zeitungen von Ausschreitungen bei Fussballspielen. Sachbeschädigungen waren an der Tagesordnung, auch Umzüge durch die Städte bis hin zu Blockierungen von Eisenbahnzügen. Heute ist es etwas ruhiger, oder vielleicht berichten die Medien weniger davon. Doch kürzlich habe ich selber erlebt, dass vermummte Fans ins Stadion kamen, Stühle abschraubten, Pyros zündeten - und dies alles neben dem Familiensektor. Das ist kein gutes Beispiel für die Jugend, die eigentlich wegen des Sports ans Spiel kam.
Ich danke dem Bundesrat für den Bericht "Gewalt an Sportveranstaltungen", der letzte Woche verabschiedet wurde. Sehr viele Antworten auf all die Fragen zu den Hooligans sind dort zu finden: von der Polizei, den Verbänden, den Behörden, die alle dazu Stellung nehmen. Immer wieder wird auf das Konkordat der Kantone hingewiesen. Immerhin haben schon einige Kantone dies auch in den Parlamenten behandelt. Es nützt aber nichts, wenn dies in den Parlamenten befürwortet wird, die Regierung es aber nachher nicht umsetzt, wie dies im Moment in Luzern passiert. Ich weiss, dies betrifft die Kompetenz der Kantone. Wenn aber hier keine Lösungen gefunden werden, muss aus meiner Sicht der Föderalismus nicht weiter respektiert werden, sondern dann sollte man wirklich die Gesetze auf Bundesebene anpassen.
Die Sektion Hooliganismus zeigt, dass der Bund ganz besonders mit dem Informationssystem Hoogan gute Arbeit leistet. Auch das Transportgesetz liegt jetzt vor und wird angepasst. Die Idee mit der Gelben und Roten Karte, wie dies mein Vorstoss fordert, wurde in der parlamentarischen Gruppe für Polizei- und Sicherheitsfragen diskutiert und dort aufgrund von Vorlagen aus Deutschland aufgenommen. Diese Idee wäre nur umsetzbar mit einem schweizerischen Gesetz. Da das Konkordat über den Hooliganismus immer noch diskutiert wird, beobachten wir dies interessiert. Falls hier keine Einigung gefunden werden kann und nichts passiert mit Sanktionen, die über die Kantonsgrenzen greifen, werden wir erneut aktiv werden. Wir werden eine Bundeslösung anstreben und dann gesamthaft, mit den Lösungen des Konkordates zusammen, in der Form eines Vorstosses Massnahmen fordern.
Heute ziehe ich mein Postulat zurück, in der Hoffnung, dass die Kantone mit ihrem Konkordat jetzt endlich vorwärtsmachen und in den Fussballstadien der Fussball Priorität hat und nicht die Diskussion rund um die Hooligans.