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Gysi Barbara · Nationalrat · 2014-11-26

Gysi Barbara · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-11-26

Wortprotokoll

Es geht bei diesem Minderheitsantrag um eine Erhöhung des Kredites für Familienorganisationen um knapp 800 000 Franken. Auf das gesamte Bundesbudget gesehen ist das ein kleiner Betrag, er ist aber mit sehr viel Wirkung verbunden.

Wofür wird dieser Kredit verwendet? Mit den heute 1,2 und neu dann 2 Millionen Franken werden Organisationen unterstützt, die familienpolitisch aktiv sind. Der Bund unterstützt diese Organisationen über Leistungsvereinbarungen. Diese Organisationen sind in erster Linie Pro Familia Schweiz, die zurzeit Unter-Leistungsvereinbarungen mit vier Organisationen hat. Weitere Leistungsvereinbarungen haben Kibesuisse und der Service social international.

Die Aktivitäten der Familienorganisationen sind wichtig. Der Ausbau der Angebote an familienergänzender Betreuung ist es ebenfalls, wir haben dazu ja in der letzten Session eine parlamentarische Initiative (13.451) gutgeheissen. Doch im Gegensatz zum Kredit für die konkreten Angebote, also zur Anschubfinanzierung, über die wir nachher noch sprechen, geht es hier um einen Beitrag an Organisationen, die Leute und Institutionen beraten, die selber Angebote aufbauen wollen, und die auch Familien beraten, die im Bereich Elternbildung tätig sind und selber Angebote aufbauen. Diese Tätigkeiten sind wichtig, diese Tätigkeiten können vom Bund nicht selber gemacht werden, und er will das auch nicht. Darum schliesst er eben diese Leistungsvereinbarungen ab. [PAGE 1936]

Es ist, wie wir aus verschiedenen Publikationen und auch aus der Debatte hier im Rat wissen, nötig, dass wir die Angebote an familienergänzender Betreuung ausbauen, dass wir aber auch die Beratung von Familien ausbauen, weil es heute verschiedene Herausforderungen zu meistern gilt. Erziehung ist keine einfache Sache: Eltern brauchen Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder, und es braucht eben auch Unterstützung, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Darum sind auch diese Organisationen gefordert.

Warum wollen wir jetzt eine Aufstockung erreichen? Es ist so, dass vor allem auch Pro Familia Schweiz verschiedene Anfragen von weiteren Organisationen erhalten hat, die ebenfalls unterstützt werden möchten. Das ist richtig, sie sollen unterstützt werden, aber dazu reichen heute die Mittel nicht aus. Dann ist es auch so, dass im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung der Verband "Pro enfance" aus der Romandie in den Verband Kibesuisse integriert werden soll. Es ist wichtig, dass auch für die lateinische Schweiz genügend Mittel vorhanden sind, damit dieser Verband unterstützt werden kann. Das ist in der jetzigen Situation nicht möglich. Dieses zusätzliche Geld wird also sinnvoll eingesetzt.

Es ist auch so, dass die Organisationen einen Eigenfinanzierungsgrad von 50 Prozent haben müssen, um überhaupt Mittel vom Bund zu bekommen. Es ist also nicht so, dass sie selber nichts für ihre Finanzierung tun müssen. Darum muss man sagen, dass diese Mittel sehr gut eingesetzt sind. Wie Sie alle wissen, wird in diesen Organisationen auch sehr viel Freiwilligenarbeit gemacht, es ist auf Vorstandsebene sehr viel ehrenamtliches Engagement zu finden. Da muss man einfach sagen, dass man diese Verbände und Organisationen, diese Dachorganisationen unterstützen muss. Alles andere käme Knausrigkeit gleich, wenn Sie hier also finden: "Das machen wir nicht."

Auch bei diesem Kredit wurde angesprochen, es sei im Moment nicht gesichert, dass dann der Betrag vollumfänglich ausgeschöpft werde. Die Organisationen sagen, dass sie genügend Anfragen haben und dass sie diese Mittel benötigen. Ich meine, hier wird mit sehr wenig finanziellen Mitteln sehr viel erreicht. Wir müssen schauen, dass Beruf und Familie besser miteinander vereinbar sind. Wir wollen in diesem Land Familien unterstützen. Hier können Sie mit einem aufs Ganze gesehen kleinen Betrag etwas tun und sehr viel Wirkung erzielen.

Vielen Dank für die Unterstützung dieser Minderheit.