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Gilli Yvonne · Nationalrat · 2014-11-26

Gilli Yvonne · Nationalrat · St. Gallen · Grüne Fraktion · 2014-11-26

Wortprotokoll

Auch die grüne Fraktion bittet Sie, die Minderheit Gysi zu unterstützen und für die Dachverbände der Familienorganisationen mehr Geld zu sprechen.

Wir alle in diesem Saal reden immer wieder vom Stärkungsbedarf im Bereich der Familienpolitik. Hier haben wir jetzt die Möglichkeit, den Worten Taten folgen zu lassen. Es ist eine kleine Möglichkeit, es sind sozusagen Peanuts, wie man sieht, wenn man das Gesamtbudget anschaut. Im Hinblick auf die Forderungen der Familienpolitik sind es aber keine Peanuts, denn genau diese Grassroot-, also Basisorganisationen garantieren die Umsetzung einer förderlichen Familienpolitik und kennen die Probleme vor Ort, die Probleme bei der Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen und bei der Erhöhung der Pensen der arbeitstätigen Frauen, die von der Wirtschaft nachgefragt werden. Sie kennen Schwierigkeiten wie Lohnungleichheit, Unvereinbarkeiten usw. All das sind Probleme, mit denen sich Familien zu befassen haben und mit denen sich auch Familienorganisationen befassen. [PAGE 1938]

Die grüne Fraktion bittet Sie deshalb, den Antrag der Minderheit Gysi zu unterstützen.

Ebenso dezidiert bittet unsere Fraktion Sie, den Antrag der Minderheit Schwander abzulehnen. Eine Stop-and-go-Politik im Bereich der Bereitstellung von Möglichkeiten der ausserfamiliären Kinderbetreuung würde auch dem entsprechenden Beschluss des Parlamentes widersprechen. Zeitgemässe Familien organisieren sich zeitgemäss. Kinderkrippen und andere Kinderbetreuungsmöglichkeiten werden ja nicht auf Vorrat bereitgestellt; sie werden dort bereitgestellt und mitfinanziert, wo sie nachgefragt werden. Das trägt zu einer geteilten Verantwortung der Eltern bezüglich Kinderbetreuung bei, es unterstützt zeitgemässe Modelle, es unterstützt die Wirtschaft. Wir diskutieren schon lange darüber: Die Wertschöpfung ist viel grösser, als es die Kosten sind, die entstehen, weil wir damit auch die Erwerbstätigkeit der Frauen unterstützen.

Ich möchte Sie zudem daran erinnern, dass insbesondere in meinem Beruf, bei den Hausärztinnen und Hausärzten, ein sehr grosser Prozentsatz der Frauen nach dem Studium und während der Weiterbildungsphase aus Gründen der Familiengründung und der Unvereinbarkeit von Beruf und Familie ausfällt. Es sind hochqualifizierte und teure Arbeitskräfte, die der Schweiz verlorengehen, wenn wir hier nicht ein klares Bekenntnis zu einer anhaltend starken Förderung abgegeben.