Loepfe Arthur · Nationalrat · 2010-09-16
Loepfe Arthur · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Fraktion CVP/EVP/glp · 2010-09-16
Wortprotokoll
Das Führen mit Leistungsauftrag und Globalbudget ist ein Erfolgsmodell, weil es - das hat die Erfahrung gezeigt - die Wirtschaftlichkeit und die Effizienz der Verwaltung steigert. Dieses Führungsmodell stärkt das betriebswirtschaftliche Denken; es stärkt das Kostenbewusstsein. Es ist sehr wichtig, dass die Verantwortlichen eines Amts nicht nur für die Ausgaben verantwortlich sind, sondern auch für die Einnahmen; es herrscht eine Gesamtverantwortung. Das steigert die Motivation der Führungskräfte und der Mitarbeiter ganz enorm.
Dieses Führen mit Zielen ist ein wesentlicher Führungsgrundsatz in allen menschlichen Organisationen. Wenn Sie den Leuten ein Ziel setzen, dann entwickeln sie eine enorme Kraft, um dieses Ziel auch zu erreichen. Das setzt aber voraus, dass alle mit dieser Zielsetzung im Grossen und Ganzen einverstanden sind. Man arbeitet ergebnisorientiert, weil man ja ein Ergebnis als Ziel hat. Damit ergibt sich diese Ergebnisverantwortung, die enorm motivierend wirkt.
Ein solches Instrument oder eine solche Art der Führung ist natürlich wesentlich anspruchsvoller als die traditionelle Verwaltungsführung, bei der es einfach darum geht, die definierten Vorgaben für die Aufgaben und Ausgaben einzuhalten und das Jahr einigermassen kritiklos zu überstehen. Es braucht ein intensives Controlling - Controlling heisst: Ich vergleiche das Erreichte mit den gesetzten Zielen. Das setzt voraus, dass man auch Ziele setzt und dass man nachher die Zielerreichung periodisch beurteilt. Das setzt in unserem Fall voraus, dass konkrete Leistungsaufträge mit Zielen und Rahmenbedingungen, mit Prioritäten gesetzt werden. Das erfordert eine intensive Arbeit der vorgesetzten Stellen, sprich letztlich des Bundesrates, aber auch des Parlamentes. Hier muss ich Frau Bänziger Recht geben: Man muss sich damit befassen, man muss sich etwas einarbeiten und schauen, was die Philosophie dieses Führungsinstruments und dieser Führungsgrundsätze ist.
Die gute Finanzlage des Bundes ist auch ein Ergebnis dieses Führungsmodells, weil die Leute eben nicht nur ergebnisorientiert, wirtschaftlich und kostenbewusst denken, sondern auch so handeln. Sie sind motiviert. Das hat sich in den letzten Jahren gezeigt; man kann feststellen, dass auch in der Verwaltung ein starkes Umdenken in Richtung Ergebnisorientierung stattgefunden hat. Die Zielsetzung besteht eben auch aus finanzwirtschaftlichen Zielen und selbstverständlich auch aus anderen. Da bin ich mit Frau Bänziger nicht mehr einverstanden: In einem Leistungsauftrag sind auch nachhaltige Ziele enthalten. Diese sind einzuhalten, und ihre Einhaltung ist zu kontrollieren. Damit ist die Kritik von Frau Bänziger nicht mehr gerechtfertigt. Das Führungsmodell, das wir hier anwenden, ist auch im internationalen Umfeld stark im Vormarsch.
Ich bitte Sie, von diesem Bericht Kenntnis zu nehmen, und zwar in positivem Sinne.