Aebischer Matthias · Nationalrat · 2012-06-07
Aebischer Matthias · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-06-07
Wortprotokoll
Wir beraten hier die vierte Tranche der Finanzhilfen an Sportanlagen von nationaler Bedeutung (Nasak 4). Ihre WBK ist auf die Vorlage mit 22 zu 1 Stimmen bei 1 Enthaltung eingetreten. Eine klare Mehrheit der WBK empfiehlt Ihnen, den vom Bundesrat zusammengestrichenen Unterstützungsbetrag wieder etwas zu erhöhen. Konkret hat der Bundesrat das Bundesamt für Sport aufgefordert, den Gesamtbetrag nach der Bedürfnisabklärung bei den Verbänden von 87 auf 50 Millionen Franken zu reduzieren. Ihre WBK möchte diese Korrektur etwas minimieren und beantragt eine Finanzhilfe von 70 Millionen Franken.
Ziel von Nasak 4 ist es gemäss Botschaft des Bundesrates, gute infrastrukturelle Voraussetzungen zu erhalten oder neu zu schaffen und dadurch die Konkurrenzfähigkeit der Schweiz im sportlichen Wettbewerb und bei der Durchführung bedeutender internationaler Sportanlässe zu stärken. Das tönt ein bisschen stark nach Spitzensport. Doch angesichts der grossen wechselseitigen Bedeutung von Spitzen- und Breitensport sind wir der Meinung, dass sich die Investitionen des Bundes lohnen. Die Finanzhilfen des Bundes machen ja nur einen Teil der Baukosten aus. Den klar grösseren Teil tragen die Sportverbände, Private, Kantone und Gemeinden.
Einem Grossteil der WBK ist es wichtig, dass die neuen Bauten so oft wie möglich auch der breiten Bevölkerung und Menschen mit Behinderung zugänglich gemacht werden, dass sie gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sind und nach den neuesten Erkenntnissen der Energieeffizienz gebaut werden. Zudem gehen wir davon aus, dass bei allen Projekten die Mittel für Unterhalts- und Betriebskosten nachhaltig sichergestellt sind. Dass das bei den Nasak-Projekten fast ausnahmslos so ist, haben die Projekte der Programme Nasak 1 bis 3 bereits bewiesen.
Zu diskutieren gab in der Kommission die Unterstützung von Projekten jener Verbände, deren internationale Dachverbände stark kommerzialisiert sind, zum Beispiel diejenigen des Fussballverbandes. Angesichts der positiven Aspekte der Jugendförderung, Integration und Gesundheitsförderung hat sich Ihre WBK jedoch zu einem klaren Ja entschieden.
Es käme einem Anachronismus gleich, wenn wir in Zeiten von zunehmender Fettleibigkeit, teuren Gesundheits- und Integrationsprogrammen dem Sport die Unterstützung reduzierten. Das geht so nicht an, findet Ihre Kommission.
Wir bitten Sie deshalb, den Antrag der Kommissionsmehrheit zu unterstützen und den Antrag der Minderheit abzulehnen.