Leuthard Doris · Bundesrat · 2015-03-12
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2015-03-12
Wortprotokoll
Herr Nationalrat Girod, ich habe grosse Sympathien für das E-Ticketing. Wie Sie sagen, wäre es einfach und kundenfreundlich, und es ist wahrscheinlich auch die Zukunft. Aber es ist natürlich Sache der Branche, des öffentlichen Verkehrs, das zu entwickeln. Der Verband öffentlicher Verkehr hat ja in der Vergangenheit auch schon einige Projekte lanciert, die nicht mehrheitsfähig waren. Auf den 1. August 2015 haben wir jetzt mindestens den Swiss Pass. Das ist zwar noch nicht das E-Ticketing, das wir anstreben, aber immerhin eine einfache und kundenfreundliche Lösung, die Partnerdienstleistungen ermöglicht. Ich glaube, es ist ein erster Schritt, das konsequent weiterzuentwickeln und voranzutreiben, damit man dann vermehrt weitere Dienstleistungen auf dieser Karte zusammenfassen kann.
Im Kanton Zug hatte die Regierung eine solche regionale Lösung angestrebt. Der Kantonsrat hat dann im letzten November bei der Budgetdebatte befunden, dass er das im Moment nicht finanzieren und keine Vorreiterrolle übernehmen will. Wir sind aber mit dem Kanton Zug in Diskussion, weil wir ja mit dem Mobility-Pricing-Konzept kommen werden. Das wäre dann nicht nur E-Ticketing für den öffentlichen Verkehr, sondern natürlich generell. Wie können wir unter Nutzung der IT so einfach und kundenfreundlich wie möglich erreichen, dass man Verkehrsmittel einfach besteigen und verlassen kann und das Ganze, vielleicht mit einer Monatsrechnung, nutzer- und verursachergerecht finanziert wird? Das ist sicher die Zukunft, aber eben primär eine Branchenaufgabe und nicht Sache des Bundes. Wir können mit Forschung und Entwicklung helfen, aber nicht direkt, indem wir die Treiber sind.