Zanetti Roberto · Ständerat · 2013-03-20
Zanetti Roberto · Ständerat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2013-03-20
Wortprotokoll
Die Kollegen Baumann und Föhn haben aus einem Brief der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände zitiert. Ich fasse kurz zusammen, was in einem Brief der Nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik steht. Sie schreibt, man solle bei den Lockvogelangeboten der Minderheit Recordon, also dem bundesrätlichen Entwurf, zustimmen; man solle beim Nachtregime dem Antrag der Kommissionsmehrheit, also dem bundesrätlichen Entwurf, zustimmen. Eine Mitgliedorganisation der Nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik ist auch die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände. Jetzt können Sie selber entscheiden, welche Version der Stellungnahme der Jugendverbände Sie als verbindlich anschauen wollen. Sie sehen: Auch andere Leute sind nicht ganz frei von Widersprüchen. Sich aber auf die Jugendverbände beziehen zu wollen, um irgendwelche Regimes wieder pulverisieren zu können, ist relativ heikel, weil dieser Verband offenbar beide Positionen vertritt.
Nur schnell noch etwas zur Übernahme von Verantwortung: Ich hatte auch meine wilde Jugendzeit. Zum Erwachsenwerden gehört auch, Grenzen zu sprengen. Aber dazu müssen eben Grenzen gesetzt sein. Ich schliesse nicht aus, dass Jugendliche dann "vorbunkern" oder was auch immer. Doch je weiter entfernt die Grenze gesetzt wird, umso weiter muss man gehen, um diese Grenze sprengen zu können. Am Schluss ist es eben die Einlieferung in die Notaufnahme des Spitals; das ist dann die einzige Möglichkeit, um die Gesellschaft, das Establishment und die eigenen Eltern noch zu schockieren. Da plädiere ich also für engere Grenzen, damit man mit weniger Risiko Grenzen sprengen kann. Das ist ein Privileg der Jugend, das ich ihr nicht nehmen will. Jedenfalls sollte das nicht unter Hochrisikobedingungen passieren müssen.