Kunz Josef · Nationalrat · 2009-09-21
Kunz Josef · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2009-09-21
Wortprotokoll
Die SVP-Fraktion verlangt mit der parlamentarischen Initiative 08.404, dass mindestens 1000 Tonnen Gold als Währungsreserve gehalten werden.
Unsere heutige Finanzkrise hat ihre Wurzeln wohl im Jahr 1971, als US-Präsident Nixon die Golddeckung für den US-Dollar, die Weltwährung, aufhob. Von da an konnte das Fed, die angebliche Nationalbank der USA, die nicht dem Volk, sondern privaten Bankiers gehört, Geld aus dem Nichts schöpfen, indem einfach gedruckt wurde. Das hat zu einer Verschuldung in Dollars geführt, die niemand jemals mehr abbauen kann. All die sogenannten Rettungspakete, die nun die Probleme lösen sollen, verschlimmern das Ganze, weil die Verschuldung durch die Ankurbelung der Notenpresse weiter hochgetrieben wird.
Im Jahr 1934, in der Zeit der letzten grossen Weltwirtschaftskrise, war der Schweizerfranken mit 0,27 Gramm Gold gedeckt, heute sind es noch 0,01 Gramm, also 27-mal weniger als 1934. Die Goldreserven der Schweizerischen Nationalbank schufen in den Dreissigerjahren die Grundlage für die finanzielle Unabhängigkeit während der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Leider hat unsere Nationalbank in den letzten Jahren 1500 Tonnen an überschüssigen Goldreserven verkauft. Im Jahr 2001 kostete 1 Dollar noch Fr. 1.65; heute, nach acht Jahren, ist er auf Fr. 1.03 gesunken. Andererseits ist der Kilopreis für Gold fast dreimal so hoch wie vor acht Jahren.
"Währungsreserven" kommt von "währen", und "währen" heisst "dauern". Wir müssen die Reserven also dauernd halten und dürfen sie nicht verscherbeln. Die Welt hat in den letzten Jahren massiv auf Pump gelebt und dafür einfach Papiergeld gedruckt, das mit nichts hinterlegt ist. Hätte nur so viel Geld gedruckt werden dürfen, wie Gold hinterlegt ist, dann wären auch all die Geldspritzen der Weltbank nicht nötig gewesen. Wir hätten heute keine Finanz- und Wirtschaftskrise - eine Krise, die noch lange nicht zu Ende ist. Wir stehen nämlich vor einer Weltwährungsreform: Es muss neues Geld geschaffen werden, das wieder mit Gold gedeckt sein wird. Je weniger Goldreserven ein Land dann hat, umso schlimmer wird es für dieses Land sein.
Darum müssen wir die Goldreserven eher aufstocken als weiterhin verkaufen. Die Währungsreserven der Schweiz betragen heute noch rund 80 Milliarden Franken. Ein Drittel davon sind Goldreserven. Der Abschreibungsbedarf als Folge unsolider Spekulationsgeschäfte wird weltweit auf etwa 1500 Milliarden Dollar geschätzt. Allein die Grossbanken der Schweiz haben einen Abschreibungsbedarf von rund 50 Milliarden Franken. Die Erschütterungen an den Finanzmärkten haben gezeigt, wie wichtig Goldreserven sind. Sie sind wichtig für das Vertrauen in unsere Währung und für ihre Stabilität. Von den ursprünglich 2500 Tonnen Goldreserven sind nahezu 1500 Tonnen verkauft. Wir haben also keine überflüssigen Goldreserven mehr. Alle weiteren Verkäufe untergraben das Fundament und die Stabilität unserer Währung.
Es geht nicht darum, der Nationalbank Auflagen zu machen oder ihren Handlungsspielraum einzuschränken. Die Haltung von mindestens 1000 Tonnen Goldreserven, wie es die SVP-Fraktion verlangt, ist das absolute Minimum und ist zwingend. Ich danke Ihnen für die Unterstützung.