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Fetz Anita · Ständerat · 2014-11-26

Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-11-26

Wortprotokoll

Auch ich möchte dem Bundesrat danken - erstens für sein Engagement und zweitens auch für seine wohltuend differenzierte Antwort. Wenn ich an die Brutalitäten von Isis denke, dann sehe ich Menschen vor mir; ich sehe Menschen, die Opfer einer Terrorgruppe sind, die sich anmasst, sich bei Morden auf eine Religion zu berufen, und damit diese Religion missbraucht. Das hat übrigens die türkische Kultusgemeinde in Österreich auf den Punkt gebracht; ich zitiere jetzt nicht den ganzen Satz, aber das scheint mir vorbildlich zu sein: Wenn ich an den Isis-Terror denke, sehe ich nur Menschen; ich sehe vor allem [PAGE 1050] unschuldige Menschen, unschuldige Kinder, unschuldige Frauen, unschuldige Männer und unschuldige Alte - ungeachtet dessen, dass sie einer Religion angehören. Wenn sie einer Religion angehören, dann sehe ich sie, ungeachtet dessen, welcher Religion sie angehören. In ihrer Unschuld sind für mich alle gleich, ob sie nun Jesiden, Muslime oder Angehörige einer anderen Glaubensrichtung sind. Es gibt für mich keine Opfer erster und zweiter Klasse. Es gibt nur Opfer, und jedes einzelne ist eines zu viel.

Man kann nicht ausschliessen - das sehe ich auch so -, dass gezielt Christen abgeschlachtet werden, und das ist ein Skandal. Aber das gleiche grauenvolle Schicksal erleiden die Jesidinnen, die keinesfalls Christinnen sind. Sie werden versklavt, vergewaltigt, ihre Kinder werden umgebracht, und ihre Männer werden ermordet. Es kann ja nicht sein, dass sie weniger wichtig sind als christliche Opfer. Es ist für mich einfach wichtig, das hier zu sagen. Ich danke dem Bundesrat für seine Antwort, die sich genau auf das bezieht, was wichtig ist, nämlich auf das humanitäre Völkerrecht, das für alle Menschen gleich angewendet werden muss.

Ich würde mir auch wünschen, dass die Schweiz bei der Aufnahme von Flüchtlingen, vor allem auch von Kindern und Frauen, sehr viel grosszügiger wäre. In diesen Gebieten gibt es unterdessen unendlich viele Waisenkinder. Von denen könnten wir, da teile ich natürlich Ihre Meinung, zu Weihnachten tatsächlich viele, viele aufnehmen.