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AB 168937

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2013-09-25

Wortprotokoll

Der Bundesrat teilt Ihre Einschätzung, Frau Nationalrätin Fehr. Wir können die Fachkräfte sicherlich nicht allein über die Zuwanderung finden. Die Steigerung des Fachkräftepotenzials, namentlich im Bereich der pflegerischen und der medizinisch-therapeutischen Gesundheitsberufe, ist eine Aufgabe von Bund, Kantonen und der Organisationen der Arbeitswelt, wie Sie es eben gesagt haben. Sie haben auch richtig gesagt, dass in den letzten Jahren viel geschrieben und viel geredet wurde. Es wurde aber auch eine Vielzahl von Massnahmen ausgelöst. Ich will den Bericht Bildung und Pflegeberufe des WBF - damals EVD - aus dem Jahr 2010 sowie den "Nationalen Versorgungsbericht für die Gesundheitsberufe 2009" in Erinnerung rufen. Auf dieser Basis haben dann Bund, Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt einen Masterplan "Bildung Pflegeberufe", eine Koordinationsplattform zur Erhöhung der Ausbildungstätigkeit, geschaffen.

Heute werden Massnahmen auf drei Schwerpunkte ausgerichtet - das ist vielleicht eine Antwort auf Ihre Frage, ob es eine Strategie gibt -, nämlich erstens auf das Bereitstellen einer bedarfsgerechten Zahl an Ausbildungs- und Praktikumsplätzen, zweitens auf das Umsetzen der Bildungssystematik und drittens auf die Massnahmen in Bezug auf ausländische Fachkräfte, die eben nur verbundpartnerschaftlich integriert werden können. Dann gibt es eine weitere laufende Massnahme, die "Monitoring" heisst; Monitoring, um die Fortschritte feststellen zu können. Ich habe im Sommer 2011 die Fachkräfte-Initiative, die Sie eben erwähnt haben, gestartet. Ich habe als jüngsten wesentlichen Schritt in dieser Arbeit am 21. Mai dieses Jahres einen runden Tisch einberufen. Daran haben wiederum die Kantone und die Sozialpartner teilgenommen, und dort haben Kantone und Sozialpartner und Bund sich auf konkrete Massnahmen geeinigt.

Welches sind diese Massnahmen? Um Ihnen ein paar vorzutragen: Es geht insbesondere um die Förderung in den Mint-Fächern in der höheren Berufsbildung, in der [PAGE 1679] Validierung von Bildungsleistungen und generell im dualen Berufsbildungssystem. Es geht dann um die Etablierung eines Indikatorensystems, um den Fachkräftebedarf in den einzelnen Berufsgruppen aufzeigen zu können. Weiter haben wir darüber diskutiert und festgehalten - wir müssen das jetzt natürlich umsetzen -, dass der Bund und die Kantone insbesondere eine Vorbildfunktion als Arbeitgeber einnehmen müssen. In diesem Zusammenhang wird auch zu altersgerechten Arbeitsbedingungen wie Teilzeitarbeit, wie Telearbeit, wie Jobsharing gesprochen - und gehandelt. Dann geht es um die Information und Sensibilisierung der Wirtschaft zu den Themen Anstellung und Weiterbeschäftigung von älteren Arbeitnehmenden - da habe ich auch ganz persönlich, ganz direkt Kontakte und mache meinen Einfluss geltend. Weiter geht es um das Interesse an der Fachkräfte-Initiative im Hinblick auf alles, was dann Reform der Altersvorsorge 2020 heisst.

Es ist eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Kantone und der Sozialpartner am Werk. Mit anderen Worten: Wir arbeiten. Ich gebe aber gerne zu: Es ist nicht ganz einfach, ganz konkret voranzukommen.

Ich versuche noch einmal, Ihre Frage aufzunehmen, ob es denn eine Strategie gebe. Wir haben auch vier Pisten festgelegt, die heissen: Innovationsförderung; Vereinbarkeit von Beruf und Familie; Ältere um die 65 Jahre mit im Arbeitsprozess behalten können, also Flexibilität; und, vor allem, Höherqualifizierung, also eine Dauerinvestition, um auf diesem Wege zusätzliche Fachkräfte rekrutieren zu können. Das ist ein ganzer Strauss von Aktivitäten, die zwischen den Organisationen der Arbeitswelt, den Kantonen und dem Bund vereinbart sind. Die Federführung für die Kantone liegt beim Vorstand der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz, und für den Bund ist die Federführung bei mir im Seco. Wir haben uns einen Fahrplan gegeben, den wir wirklich kontrollieren und bei dem wir Vierteljahr für Vierteljahr eine Fortschrittskontrolle machen.

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