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Kessler Margrit · Nationalrat · 2015-03-05

Kessler Margrit · Nationalrat · St. Gallen · Grünliberale Fraktion · 2015-03-05

Wortprotokoll

Der Bundesrat lanciert den Aktionsplan "Mehr Organe für Transplantationen". Damit die Anzahl von Organen, die zu Transplantationszwecken zur Verfügung stehen, erhöht werden kann, müssen diverse Massnahmen in einem Aktionsplan gebündelt und koordiniert umgesetzt werden, meint der Bundesrat. Ein Kernelement dieses Aktionsplans ist der Einsatz von gut ausgebildeten Koordinationspersonen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene.

Der heutige Organmangel in der Schweiz ist vorwiegend auf organisatorische und Kommunikationsprobleme zurückzuführen. Es braucht dringend Koordinatorinnen und Koordinatoren, die speziell ausgebildet sind, den Ärzten die aufwendige Organisation bei Transplantationen abnehmen, die Angehörigen der Organspender begleiten und die richtigen Worte finden. Das kostet Geld. Die Bereitschaft, diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen, ist nicht in allen Zentren gegeben.

Letzte Woche teilte mir ein Chefarzt eines grossen Kantonsspitals mit, dass nur noch 7 Prozent der Angehörigen bei ihren Verstorbenen einer Obduktion zustimmten. Auf die Weisung des Chefarztes mussten alle Ärzte an einem speziellen Kommunikationsseminar teilnehmen, mit dem Ziel, die Angehörigen entsprechend zu überzeugen, damit mehr Leichen obduziert werden können. Die Obduktionsrate hat seit diesem Seminar um 300 Prozent zugenommen. Bei der Bildung, bei der Kommunikation bezüglich mehr Organspendern muss angesetzt werden.

Ich bitte Sie deshalb, hier die Kommissionsminderheit zu unterstützen. Für die Ausbildung der Koordinatorinnen und Koordinatoren müssen auch die entsprechenden Finanzen zur Verfügung gestellt werden. Eine gute, kompetente Gesprächsführung wird zu mehr Spenderorganen führen. Ich bitte Sie, dem Minderheitsantrag zuzustimmen.