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Walter Hansjörg · Nationalrat · 2001-12-06

Walter Hansjörg · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-12-06

Wortprotokoll

Mit meinem Antrag möchte ich erreichen, dass die Forstberufe ebenfalls in das neue Berufsbildungsgesetz (BBG) eingebunden werden und zum BBT übersiedeln; heute sind sie noch beim Buwal untergebracht. Das Zusammenfassen von sämtlichen Berufen, die zu eidgenössisch anerkannten Abschlüssen führen, ist ein zentrales Element des neuen BBG. Dies stärkt die Transparenz, die Vergleichbarkeit und die sachliche Gleichbehandlung und erlaubt es, die Koordination zu verbessern und straffe Planungs- und Verwaltungsabläufe zu gestalten.

Bildungspolitisch ist es nicht logisch, wenn die Forstberufe als eine von wenigen Berufsgruppen im Buwal verbleiben. Das Erreichen von wesentlichen angestrebten Zielsetzungen wird dadurch erschwert. Die Gesundheits-, Sozial- und Kunstberufe wechseln mit dem neuen BBG ebenfalls zum BBT. Die land- und milchwirtschaftlichen Berufe haben den Schritt in den letzten Jahren vollzogen, dies ebenfalls erfolgreich.

Bekanntlich werden die gleichartigen Fachberufe in Berufsfeldern zusammengefasst. Wenn die Forstberufe ebenfalls im BBT eingegliedert sind, ist die Erfüllung des Bildungsauftrages besser und effizienter gewährleistet. Die Einbindung der Forstberufe in das Berufsfeld "grüne Berufe" wird wesentlich erleichtert. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Eidgenössische Forstdirektion diesen Vorstoss nicht selbst gemacht hat und die forstwirtschaftliche Berufsbildung nun nicht zum BBT ziehen lassen will.

Ich danke aber dafür, dass in der Zwischenzeit Gespräche stattgefunden haben und dass eine Aufweichung der Positionen erfolgt ist. Eine Eingliederung impliziert nicht einen Verlust des Stellenwertes der forstwirtschaftlichen Berufsbildung; vielmehr wird die Nutzung der neuen Strukturen verbessert. Es entstehen weniger Reibungsverluste bei der Förderung zukunftsgerichteter Lösungen.

Finanzpolitisch will das neue BBG die Unterstützung der Berufsbildung mit einem neuen Finanzierungsmodell [PAGE 1764] vollziehen. Es ist wichtig, dass für alle Berufe einheitliche Regelungen gelten. Wenn der Beruf Forstwart mit rund 300 Erstjahrlehrlingen pro Jahr in den Verwaltungsstrukturen des Buwal verbleibt, darf nicht mit derselben Kosteneffizienz gerechnet werden, wie wenn er im spezialisierten BBT eingegliedert wäre, in welchem eine Vielzahl von Berufsbildungen betreut wird.

Mein Antrag bedingt eine Änderung des Waldgesetzes. Ich bin mir voll bewusst, dass eine solche Gesetzesanpassung eigentlich in der Kommission beraten werden müsste. Dies ist leider nicht erfolgt. Weil der Nationalrat der Erstrat ist und wir dem Ständerat mit dem Berufsbildungsgesetz ein gutes Paket hinüberschicken, bin ich der Meinung, dass wir dies dann der Beratung im Ständerat überlassen können, damit auch hier eine sachliche, nüchterne und konsequente Kommissionsberatung erfolgt.

Im Wesentlichen wird die Regelung der Berufsbildung im Waldgesetz gestrichen. Es gibt gewisse Anpassungen, die nötig sind, und es gibt einige Punkte, die bleiben werden, weil sie eben nicht das Berufsbildungsgesetz betreffen, sondern die Ingenieurausbildung und die Ausbildung im Fachhochschulbereich. Ich möchte Sie also bitten, diesen Antrag anzunehmen, damit wir ein Berufsbildungsgesetz bekommen, welches möglichst alle Berufe einbindet, vereinfacht und die Kompetenz im Bundesamt für Berufsbildung und Technologie ansiedelt.

Ich bitte Sie um Zustimmung, damit wir eine fertige Lösung bekommen, die auch kostengünstiger ist und die Zielsetzungen dieses neuen Gesetzes umfassend erreicht.

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