Lexipedia

Kaufmann Hans · Nationalrat · 2013-09-09

Kaufmann Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2013-09-09

Wortprotokoll

Eigentlich hätten wir in dieser Session die parlamentarische Initiative 09.503, "Stempelsteuer schrittweise abschaffen und Arbeitsplätze schaffen", behandeln sollen. Warum erwähne ich das? Dieses Geschäft bestand aus drei Teilen. Der dritte Teil geht in die gleiche Richtung wie diese Motion unserer Fraktion. Es geht darum, die Stempelabgaben auf Sach- und Vermögensversicherungen abzuschaffen. Wenn wir das Geschäft, das ich erwähnt habe, behandelt hätten, hätte ich allenfalls diesen Vorstoss zurückziehen können. Da es aber eine Verzögerung gibt, möchte ich doch, dass Sie die Gelegenheit haben, hier zuzustimmen.

Worum geht es konkret? Sie wissen vielleicht, dass man im Versicherungsgeschäft zwischen Sach- und Vermögensversicherungen und dem Lebensversicherungsgeschäft unterscheidet. Bei den Lebensversicherungen ist es so, dass nur noch auf den rückkaufsfähigen Lebensversicherungen eine Abgabe erhoben wird. Es geht hier noch um 30 Millionen Franken; diese decken also fast nicht mehr den Erhebungsaufwand. Darüber wird dann im nächsten Vorstoss informiert. Der vorliegende Vorstoss zielt auf die Sach- und Vermögensversicherungen ab. Viele Versicherungen in diesem Bereich sind zwar von den Stempelabgaben ausgenommen, zum Beispiel Gütertransporte, Elementarschaden an Kulturland, die Arbeitslosenversicherungen, Hagelversicherungen usw. Beim ganzen Rest muss aber eine relativ happige Abgabe bezahlt werden, nämlich 5 Prozent auf den Barprämien. Man sagt hier, das sei ein Ersatz für die Mehrwertsteuer. Wenn der Gesetzgeber aber wirklich gemeint hätte, [PAGE 1244] dass man Mehrwertsteuern auf Versicherungen bezahlen müsste, dann hätte er das im betreffenden Gesetz regeln können. Es geht vor allem noch um ein weiteres Problem, nämlich dass wir in der Schweiz ein anderes System der Belastung haben als im Ausland. Bei uns bezahlt man die Stempelabgaben dort, wo die Prämie bezahlt wird, im Ausland dort, wo die Risiken liegen.

Wenn jetzt also zum Beispiel eine grosse Schweizer Versicherung die Fabriken der Nestlé versichern will, dann bezahlt sie zuerst in der Schweiz auf all die Prämien die Stempelabgaben und dann im Ausland noch einmal. Sie bezahlt also zweimal. Sie kann auch nicht die Rückversicherungen geltend machen. Es kommt dann also noch zusätzlich zu einer Taxe-occulte-Belastung. Das ist doch Unsinn. In der Praxis ist es dann so, dass das Geschäft eben im Ausland gemacht wird. Wir wären aber von der Schweiz her interessiert, auch möglichst viele Sachversicherungsgeschäfte hier zu machen. Wir haben ein grosses Know-how, wir haben grosse Versicherungen, die dieses Geschäft betreiben könnten. Was mir vor allem wichtig ist: Es würde uns auch wieder Arbeitsplätze in die Schweiz zurückbringen, zwar im Finanzsektor, aber doch in einer anderen Sparte.

Deshalb glaube ich, dass Sie diese Motion annehmen sollten, denn sie hilft, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft zu entlasten.

Kaufmann Hans · Nationalrat · 2013-09-09 | Lexipedia | Lexipedia