Leuthard Doris · Bundesrat · 2014-11-25
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2014-11-25
Wortprotokoll
Ich kann es kurz machen, wir haben uns in der Sache ja ausgesprochen.
Vielleicht noch ein Hinweis: Anfang Jahr hat der CEO der Jura Elektroapparate AG in der "NZZ" einen beachtenswerten Kommentar mit dem Titel "Wegwerfen war gestern" veröffentlicht. Er hat in Erinnerung gerufen, dass Rohstoffe in der Schweiz wie in anderen Industriestaaten auch nach dem Zweiten Weltkrieg rar und teuer waren. Arbeitskräfte waren da, und in der Industrie hatte man die Mentalität, dass Apparate und Maschinen kreiert würden, die repariert werden könnten. Es hat sich gelohnt, und es war eben dieser Nachhaltigkeitsgedanke, der eigentlich auch Bestandteil der Schweizer Industrie war.
Das hat sich komplett geändert, weil die Ressourcen im Verlauf der Siebziger- und Achtzigerjahre billiger, Arbeitskräfte aber entsprechend teurer wurden. Gehen Sie heute in die Läden: Wenn Ihre Kaffeemaschine kaputt ist, kostet die Reparatur oft mehr als eine neue, und so ist es mit vielem. Das muss wieder ändern, weil die Schweiz gegenüber Billigproduzenten, gegenüber Billiglohnländern nie konkurrenzfähig sein wird. Wir haben uns immer der Qualität, der Langlebigkeit verschrieben. Ressourcen werden in den nächsten Jahrzehnten aufgrund der Verknappung wieder teurer werden. Im Hinblick darauf lohnt es sich, Kreisläufe zu schliessen, Ressourceneffizienz zu betreiben und vielleicht eben wieder von der Maxime, dass Wegwerfen unsere Lösung ist, wegzukommen und wieder mehr auf Qualität, Langlebigkeit und Service zu setzen. Ich glaube, dass die Schweiz gut daran tut, sich in dieser Philosophie auf den Weg zu machen.
Die Initiative nimmt das auf, sie übertreibt, wie viele Initiativen; deshalb ist sie abzulehnen. Sie setzt unerreichbare Ziele, aber der grundsätzliche Gedanke des effizienten Wirtschaftens, des Umgangs mit Ressourcen in einer Art und Weise, die diese Langlebigkeit und auch den Respekt vor [PAGE 1034] diesen Ressourcen beinhaltet, ist sinnvoll. Deshalb denke ich, dass der Weg klar ist: Initiative nein, Gegenvorschlag ja.