Theiler Georges · Ständerat · 2014-11-25
Theiler Georges · Ständerat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion · 2014-11-25
Wortprotokoll
Ich möchte doch auf das Votum von Frau Diener eine Antwort geben. Sie hat von meinem Enkel gesprochen und davon, welche guten Ratschläge ich ihm geben werde, wenn er der Klassenbeste sein wird; er ist jetzt zweijährig, es dauert noch eine gewisse Zeit, bis er sich dahin vorgearbeitet hat. Das ist nur die eine Frage. Wenn er der Klassenbeste ist, fragt es sich, mit wie viel Aufwand er noch besser wird.
Genau diese Fragen stellen sich, wenn Sie solche Quoten erreichen. Das ist in der Wirtschaft genau gleich. Nehmen Sie das Beispiel der Kundenzufriedenheit. Wenn Sie schon bei 95 Prozent Kundenzufriedenheit sind, dann wird es wahnsinnig viel kosten, wenn Sie auf 97 Prozent kommen wollen. Das ist beim Abfall genau gleich. Sie können schon auf 100 Prozent kommen, aber die letzten 5 Prozent werden Sie so viel Geld kosten, dass das Aufwand-Nutzen-Verhältnis nicht mehr stimmt; wenn es nicht mehr stimmt, werden die Produkte teurer. Dann wundert man sich, wenn die Firmen, etwa Migros, Coop, diese Kosten auf die Produkte schlagen. Schauen Sie, was dann an der Landesgrenze passiert: Es gehen noch mehr Leute ins Ausland und kaufen dort ein. Wir haben dann eine Quote von 99 Prozent, und im Ausland beträgt sie 65 Prozent. Was haben wir dann für die Umwelt getan, Frau Diener? Gar nichts - gar nichts, weil es im Ausland noch schlechter läuft. Hier muss man einfach auch die Vernunft etwas walten lassen.
Es gibt beim Abfall auch technische Grenzen bei der Trennung. Man kann nicht alles von allem trennen, ohne einen wahnsinnigen Aufwand zu betreiben. Auch dieses Argument ist nicht stichhaltig - das sagen mir die Leute, die Verbrennungsanlagen oder Sortierungsanlagen betreiben. Die Sortierungsanlagen liegen ja auch voll im Trend; das ist auch gut so, aber man kann nicht einfach alles auf technischem Weg erreichen. Davon kann man vielleicht träumen, aber in der Realität sieht das halt anders aus.