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Ingold Maja · Nationalrat · 2013-09-11

Ingold Maja · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP-EVP · 2013-09-11

Wortprotokoll

Die Schweiz gehört bezüglich Suizidrate leider zu den Spitzenreitern. Sie betreibt zu wenig Prävention. Mit dieser Motion fordere ich deshalb den Bundesrat dazu auf, einen Aktionsplan zur Suizidprävention vorzulegen und umzusetzen. Die Suizidprävention darf nicht länger stiefmütterlich behandelt werden. Suizid bleibt eine der häufigsten Todesursachen von Menschen zwischen 15 und 44 Jahren. In allen industrialisierten Staaten ist die Suizidrate bei der Personengruppe der über 75-Jährigen am höchsten, und da die Bevölkerung immer älter wird, wird die Anzahl Suizide noch steigen. Das Risiko der sozialen Isolation ist für Menschen über 75 Jahre deutlich erhöht und steigt bei schlechtem Gesundheitszustand sowie bei Vereinsamung infolge des Verlustes der familiären und nachbarschaftlichen Solidarität, die in der individualisierten Gesellschaft teilweise der Vergangenheit angehört, weiter an.

Im Bericht zur Analyse zeigte der Bundesrat seine beschränkten Handlungsspielräume auf. Er erkennt und benennt Handlungsbedarf und mögliche Massnahmen. Doch ausser der Bildung einer Arbeitsgruppe und dem NFP 67 zum Thema "Lebensende", das erst in einigen Jahren Empfehlungen liefern wird, will der Bundesrat nur weiterhin die Kantone mit der Aufbereitung von Daten und Informationen unterstützen. Grosser Handlungsbedarf besteht bei der Aufklärung der breiten Bevölkerung über Depression und ihre Früherkennung. Weiter müssen die Präventionsmassnahmen dringend dem Risiko der veränderten Lebenswelten und der Vereinsamung als Mitursache von Suiziden Rechnung tragen.

Der Bundesrat unterstützt weiterhin das "Bündnis gegen Depression". Er initiierte dessen Förderung mit dem BAG, dem BSV und dem Seco. Nun kümmert sich die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz um die Koordination und die Förderung dieses Konzeptes in den Kantonen.

Auf Ebene Stadt ist man mit Vorstössen für griffige Präventionskonzepte konfrontiert. Aber die Städte haben kein Budget für die Umsetzung von Präventionsmassnahmen. Dies kann also nicht nur die Aufgabe von betroffenen Städten und Kantonen sein. Die Schweiz steht am Schwanz, was die Massnahmen zur Prävention von Suizid anbelangt. Der Bundesrat hielt schon in seiner Stellungnahme zur Motion Donzé 08.3409 fest, mit dem Präventionsgesetz böte sich dann eine gesetzliche Grundlage für ein grösseres Engagement. Nun ist dieses Gesetz gescheitert. Die Anliegen können jetzt aber nicht einfach begraben werden. Deshalb fordere ich vom Bundesrat einen Aktionsplan, der sich auch im Ausland sehen lassen kann. Dass die Schweiz bei der Suizidrate zur traurigen Spitze gehört, hängt mit den hohen Zahlen von alten und auch jungen Menschen sowie von Personen mittleren Alters, die sich umbringen, zusammen. Diese Zahlen zu senken muss dem Bundesrat einen griffigen Aktionsplan doch wert sein!

Ich bitte um Unterstützung in dieser Sache.

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