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Walter Hansjörg · Nationalrat · 2012-06-13

Walter Hansjörg · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-06-13

Wortprotokoll

Art. 82

Antrag der Mehrheit

Abs. 2

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

[VS]

Antrag der Minderheit I

(Glättli, Amarelle, Gross Andreas, Heim, Leuenberger-Genève, Schenker Silvia, Tschümperlin)

Titel

Sozialhilfeleistungen

Abs. 1

Für die Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen gilt kantonales Recht.

Abs. 2, 3, 4

Aufheben

[VS]

Antrag der Minderheit II

(Müller Philipp, Amaudruz, Blocher, Brand, Bugnon, Fehr Hans, Joder, Pantani, Pfister Gerhard, Romano)

Abs. 1

... kantonales Recht. Asylsuchende und Personen mit einem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid, denen eine Ausreisefrist angesetzt worden ist, erhalten auf Ersuchen hin Nothilfe.

Abs. 2

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Abs. 3

Für Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung ist die Unterstützung nach Möglichkeit in Form von Sachleistungen auszurichten. Der Ansatz für die Unterstützung kann von den Ansätzen der einheimischen Bevölkerung abweichen.

Abs. 4

... von den Kantonen oder vom Bund bezeichneten Orten auszurichten. Die Auszahlung kann auf Arbeitstage beschränkt werden.

[VS]

Antrag der Minderheit III

(Blocher, Büchel Roland, Bugnon, Frehner, Humbel, Landolt, Pantani, Perrin, Pfister Gerhard, Romano)

Abs. 3

Für Asylsuchende und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung ist die Unterstützung in Form von Sachleistungen auszurichten. Die Nothilfeleistungen müssen zeitlich und sachlich gerechtfertigt sein.

[VS]

Antrag Müller Philipp

Abs. 1

... kantonales Recht. Asylsuchende und Personen mit einem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid, denen eine Ausreisefrist angesetzt worden ist, erhalten auf Ersuchen hin Nothilfe. Den Bedürfnissen von besonders verletzlichen Personen ist während der Dauer des Asylverfahrens angemessen Rechnung zu tragen.

Abs. 1bis

Bei der Ausgestaltung der Nothilfe für Asylsuchende sorgen die Kantone dafür, dass der Aufenthaltsort immer bekannt ist und die betroffenen Personen für die Durchführung von Verfahrensschritten den zuständigen Behörden jederzeit zur Verfügung stehen.

Schriftliche Begründung

Durch die Anpassung dieses Artikels gemäss Minderheit II wird der Unterstützungsstandard für Asylsuchende während der Dauer ihres Asylverfahrens von Sozialhilfe auf Nothilfe geändert. Somit werden sie in dieser Hinsicht den ausreisepflichtigen Personen gleichgestellt. Den spezifischen Bedürfnissen von besonders verletzlichen Personen soll indessen während der Dauer des Asylverfahrens angemessen Rechnung getragen werden. Dies soll auf Gesetzesstufe ausdrücklich festgehalten werden. Dies betrifft z. B. die Unterbringung, Betreuung und die Unterstützung von Betagten oder schwerkranken Personen. Bei der Ausgestaltung der Nothilfe für Asylsuchende während der Dauer des Asylverfahrens müssen die Kantone sicherstellen, dass der Aufenthaltsort der betroffenen Person den Behörden immer bekannt ist. Damit soll sichergestellt werden, dass die Asylsuchenden trotz Nothilferegime immer erreichbar sind und für verfahrensrelevante Schritte jederzeit zur Verfügung stehen. Damit sollen Verzögerungen vermieden bzw. soll sichergestellt werden, dass beispielsweise einer Anhörung beim BFM auch Folge geleistet wird.

[VS]

Art. 82

Proposition de la majorité

Al. 2

Adhérer à la décision du Conseil des Etats

[VS]

Proposition de la minorité I

(Glättli, Amarelle, Gross Andreas, Heim, Leuenberger-Genève, Schenker Silvia, Tschümperlin)

Titre

Aide sociale

Al. 1

L'octroi de l'aide sociale et de l'aide d'urgence est régi par le droit cantonal.

Al. 2, 3, 4

Abroger

[VS]

Proposition de la minorité II

(Müller Philipp, Amaudruz, Blocher, Brand, Bugnon, Fehr Hans, Joder, Pantani, Pfister Gerhard, Romano)

Al. 1

... droit cantonal. Les requérants d'asile et les personnes frappées d'une décision de renvoi exécutoire auxquelles un délai de départ a été imparti reçoivent, sur demande, l'aide d'urgence.

Al. 2

Adhérer à la décision du Conseil des Etats

Al. 3

L'aide sociale accordée aux personnes à protéger qui ne bénéficient pas d'une autorisation de séjour doit être fournie, dans la mesure du possible, sous la forme de prestations en nature. Elle peut différer de celle accordée aux résidents suisses.

Al. 4

... par les cantons ou la Confédération. Le paiement ...

[VS] [PAGE 1130]

Proposition de la minorité III

(Blocher, Büchel Roland, Bugnon, Frehner, Humbel, Landolt, Pantani, Perrin, Pfister Gerhard, Romano)

Al. 3

L'aide sociale accordée aux requérants et aux personnes à protéger qui ne bénéficient pas d'une autorisation de séjour doit être fournie sous la forme de prestations en nature. L'octroi des aides d'urgence et la durée de celles-ci doivent être justifiés.

[VS]

Proposition Müller Philipp

Al. 1

... droit cantonal. Les requérants d'asile et les personnes frappées d'une décision de renvoi exécutoire auxquelles un délai de départ a été imparti reçoivent, sur demande, l'aide d'urgence. Les besoins des personnes particulièrement vulnérables sont dûment pris en considération pendant la procédure d'asile.

Al. 1bis

Dans le cadre de l'organisation de l'aide d'urgence aux requérants d'asile, les cantons veillent à ce que le lieu de séjour des intéressés soit toujours connu et à ce que ces derniers se tiennent toujours à la disposition des autorités concernées en vue de l'accomplissement des différentes étapes de la procédure.

[VS]

Präsident (Walter Hansjörg, Präsident): Es liegen drei Konzepte vor: dasjenige der Mehrheit, welches dem Konzept von Bundesrat und Ständerat entspricht, dasjenige der Minderheit I und dasjenige der Minderheit II, in den Absätzen 1 und 1bis ersetzt durch den Einzelantrag Müller Philipp. Der Antrag der Minderheit III wurde zurückgezogen.

Die Abstimmungen gelten auch für die Artikel 80 Absatz 2, 85 Absatz 1, 87 Absatz 2 Buchstabe a, 88 Absätze 2, 2bis, 3 und 4, 112a des Asylgesetzes sowie Artikel 86 Absätze 1 und 1bis des Ausländergesetzes.