Escher Rolf · Ständerat · 2001-12-03
Escher Rolf · Ständerat · Wallis · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-12-03
Wortprotokoll
Kollege Marty weist mit seiner Empfehlung auf die schwierigen Verkehrsbeziehungen des Tessins mit der deutschen Schweiz hin, und zwar generell und nicht speziell mit Blick auf die gegenwärtige Sperrung des Gotthardstrassentunnels. Als Vertreter eines Landstrichs, dessen Bewohner ähnliche Probleme haben, auf die Nordseite der Alpen zu gelangen, erlaube ich mir, eine kurze zusätzliche Überlegung einzubringen:
Für das Tessin bestehen im Winter ordentlicherweise drei Strassenverbindungen nach Norden, nämlich die Nationalstrasse am Gotthard mit dem Strassentunnel, die Nationalstrasse am San Bernardino mit dem Strassentunnel und seit kurzem der Lukmanierpass, der aber nicht hundertprozentig wintersicher ist. Das Wallis hat im Winter auch drei Möglichkeiten, in die deutsche Schweiz zu gelangen: Erstens kann ich 150 Kilometer nach Westen fahren, an den Genfersee bis Montreux, um dort Richtung Zürich zurückzudrehen, zweitens kann ich den Autoverlad am Lötschberg und drittens denjenigen an der Furka benutzen.
Im Jahr nutzen in etwa 1,5 Millionen Fahrzeuge die zweite oder dritte Möglichkeit. Pro Wagen kostet das 25 bzw. 30 Franken. Das ergibt pro Jahr einen Betrag von rund 35 Millionen Franken für Wegzölle oder 3 Millionen Franken pro Monat oder 100 000 Franken pro Tag. Sie können es - nur so als Zahlenspiel - auch mit der Einwohnerzahl des Oberwallis vergleichen: Das würde pro "tête de pipe", Greise und Kinder mit eingerechnet, 20 Fahrten oder 500 Franken pro Kopf ergeben. Wir haben also nicht nur schwierige Verkehrsbeziehungen wie der Kanton Tessin, wir haben zudem noch wirklich teure Wegzölle zu entrichten.
Aber als einer, der tagtäglich erlebt, wie schwierige Verkehrsbeziehungen die wirtschaftliche Entwicklung einer Region behindern, unterstütze ich die Empfehlung aus dem Tessin.