Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · 2014-12-08
Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · Thurgau · Fraktion CVP-EVP · 2014-12-08
Wortprotokoll
Ich bitte Sie, bei dieser Position der Minderheit zu folgen und dem Beschluss des Nationalrates zuzustimmen. Ein wichtiges Ziel der Agrarpolitik 2014-2017 war es, den Ackerbau in der Schweiz zu stärken. Mit dieser Budgetkürzung wäre es nicht möglich, Beiträge für Futtergetreide einzuführen.
Die Futtergetreideflächen sind in den letzten Jahren um 24 Prozent zurückgegangen. Diese Entwicklung führt dazu, dass die in der Schweiz produzierten Mengen drastisch abnehmen und die Importe von Rohstoffen für Futtermittel im Gegenzug zunehmen. So muss heute über die Hälfte der Rohstoffe zur Herstellung von Tierkraftfutter importiert werden. Der Hauptgrund für die Abnahme der Futtergetreideflächen liegt in der fehlenden Rendite. Berücksichtigt man alle Produktionskosten, so fällt in so manchen Fällen der Ertrag aus dem Anbau von einem Hektar Futtergetreide negativ aus. Die Einführung eines Einzelkulturbeitrages scheint sich als einzige wirksame Massnahme zu erweisen, die die wirtschaftliche Attraktivität dieser Kulturen verbessern kann. Die gesamte Branche würde profitieren, wenn das Produktionsvolumen aufgrund einer Zunahme der Futtergetreideflächen ansteigen würde.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass über 50 Prozent der Schweizer Getreideflächen nach den Extenso-Anforderungen angebaut werden, d. h. ohne Pflanzenschutzmittel, Insektizide oder Wachstumsregulatoren. Der Getreideanbau ist umweltfreundlich und erfüllt strenge ökologische Kriterien. Die Einführung eines Einzelkulturbeitrages für Futtergetreide ist notwendig und wichtig. Die Agrarpolitik 2014-2017 ermöglicht dies durch Artikel 54 des Landwirtschaftsgesetzes. Jetzt muss aber die Finanzierung sichergestellt werden.
Die Argumentation für die Kürzung bei dieser Position, mit Verweis auf die entsprechende Beitragskürzung für Zuckerrüben und den zu erwartenden Rückgang der Flächen, die zum Bezug von Einzelkulturbeiträgen berechtigen, ist nicht begründet. Aufgrund des in der Europäischen Union per 2017 geplanten Quotenausstiegs für die Zuckerproduktion und der Folgen der Handelsbeschränkungen zwischen der EU und Russland ist mit grosser Instabilität auf diesem Markt und mit starkem Preisdruck zu rechnen. Der Preis für Zuckerrüben wird für die Ernte 2015 um 15 Prozent sinken. [PAGE 1198] Zusammen mit der geplanten Kürzung bei den Direktzahlungen für die Rüben würde das für die Landwirte zu einem Minderertrag von 1000 bis 1300 Franken pro Hektar führen.
Es ist darum wichtig, dass der Einzelkulturbeitrag auf dem aktuellen Niveau gehalten werden kann. Ich beantrage Ihnen, meiner Minderheit zu folgen und die im Rahmen der Agrarpolitik 2014-2017 gemachten Versprechungen zur Ausrichtung dieser Beiträge, welche Direktzahlungen an die Bauernfamilien darstellen, einzulösen.