von Siebenthal Erich · Nationalrat · 2015-06-04
von Siebenthal Erich · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2015-06-04
Wortprotokoll
Was verlangt die Motion? Sie verlangt die Erhebung von verbindlichen Zahlen, die aufzeigen, wie viele Kinder und Jugendliche mit Ritalin und ähnlichen Psychopharmaka behandelt werden. Sie verlangt auch eine objektive Information der Öffentlichkeit über die schädlichen Nebenwirkungen dieser Präparate, die auf der Basis von Methylphenidat hergestellt werden, sowie eine Verbrauchsstatistik.
Swissmedic hat kürzlich die neuesten Statistiken über den Verbrauch von Methylphenidat veröffentlicht. Daraus ersehen wir, dass dieser Verbrauch viel zu hoch ist. Dies wurde auch vom Uno-Kinderrechtsausschuss kritisiert, wie man einer Uno-Empfehlung vom Februar 2015 entnehmen kann. Wir wissen damit aber immer noch nicht, wie viele Kinder und Jugendliche mit solchen Präparaten behandelt werden und wie viele Erwachsene, z. B. Studenten, sie als Doping am Arbeitsplatz einnehmen. Wir diskutieren hier über Massnahmen in Situationen, ohne dass wir genaue Daten haben. Wir wissen lediglich, dass der Verbrauch viel zu hoch ist. Der Verbrauch ist nämlich rasant gestiegen. Betrug der Verbrauch von Methylphenidat in der Schweiz 1999 noch 38 Kilo, stieg er bis zum Jahr 2013 auf 338 Kilo an; es gab also nahezu eine Steigerung um das Zehnfache.
Zu bemerken ist, dass der Bundesrat bereits im Jahre 2005 Swissmedic beauftragte, die Entwicklung zu überwachen, da anlässlich einer Studie im Kanton Neuenburg bereits damals eine massive Steigerung festgestellt wurde. Damals handelte es sich um eine Verdreifachung der Verschreibungen. Die Ärzte müssen jede Verschreibung von Präparaten mit Methylphenidat den Kantonsapothekern melden, da Methylphenidat als Grundstoff, aus dem auch Ritalin hergestellt wird, unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Deshalb sind diese Daten bereits für die ganze Schweiz vorhanden und könnten mit einem relativ geringen Aufwand von Swissmedic ausgewertet werden. Damit würden die geforderten Zahlen vorliegen, und es könnte aufgezeigt werden, wie viele Kinder und Jugendliche mit einem solchen Präparat behandelt werden.
Swissmedic hat auf ihrer Website eine zusätzliche Warnung über ein erhöhtes Selbstmordrisiko und Suchtgefahr bei Ritalin-Konsum veröffentlicht. Solche Informationen müssen auch der Öffentlichkeit, insbesondere den Eltern, aber auch Erwachsenen, die Ritalin als Aufputschmittel einnehmen, verfügbar gemacht werden. Ebenfalls muss dabei klargemacht werden, dass es sich bei Ritalin um ein Präparat handelt, welches auch in der Drogenwelt Verwendung findet und eine ähnliche Wirkung wie Kokain aufweist, weshalb es auch unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.
Aus diesen Gründen ersuche ich Sie, dieser Motion zuzustimmen.