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Graber Konrad · Ständerat · 2015-09-08

Graber Konrad · Ständerat · Luzern · Fraktion CVP-EVP · 2015-09-08

Wortprotokoll

Ich glaube, niemand hier hat das Ziel, den Versandhandel zu verhindern oder ihn irgendwie zu hemmen. Ich denke, er hat absolut seine Rechtfertigung, und er liegt auch im Trend. Heute werden sehr viele Güter per Post zugestellt, nicht nur in dem Bereich, den wir jetzt diskutieren. Mir geht es hier aber auch um gleich lange Spiesse. Ich sehe hier eine Schein-Gesetzestreue oder eine Schein-Gesetzeskonformität, indem hier Medikamente ohne Kontakt zwischen Patient und Arzt weitergegeben werden. Das ist der Kritikpunkt: Es gibt keinen Kontakt zwischen Patient und Arzt.

Das führt mich dazu, dass ich zu folgendem Schluss komme: Das wäre praktisch eine Umgehung der Gesetzesziele, die wir uns in diesem Bereich selbst gesetzt haben. Es darf nicht sein, dass ein Versandhändler im Nachhinein ein Rezept besorgt; da sehe ich auch ein Potenzial für Missbrauch. Heute gehe ich zu einem Apotheker und muss das Rezept präsentieren. Beim Versandhandel wäre das nicht nötig, es könnte nachgeliefert werden. Wenn ich mich in das Geschäft eines Apothekers setze, könnte ich den Käufer in einen Nebenraum führen und sagen: "Ich habe hier noch einen kleinen Versandhandel eingerichtet, hier kriegst du das Medikament ohne Rezept." Da sehe ich ein Missbrauchspotenzial und bin deshalb der Auffassung, dass wir hier der Mehrheit folgen sollten.