Girod Bastien · Nationalrat · 2016-03-02
Girod Bastien · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2016-03-02
Wortprotokoll
Die Grünen empfehlen Ihnen hier, der Mehrheit zu folgen. Weshalb? Es gibt eigentlich zwei Unterschiede zwischen der Mehrheits- und der Minderheitsfassung bzw. der Version des Ständerates.
Zum Umfang: Bei der Mehrheitsfassung geht es darum, dass nicht nur bundeseigene Bauten, sondern auch vom Bund finanzierte Bauten betroffen sind. Da es hier um die Förderung von nachhaltigem Schweizer Holz geht, unterstützen wir natürlich den grösseren Umfang. Ein grösserer Umfang hat mehr Wirkung in Bezug auf die Förderung von nachhaltigem oder Schweizer Holz.
Bei der Frage "nachhaltiges Holz" oder "Schweizer Holz" muss man sagen: Wir sind für nachhaltiges Holz, aber in diesem Bereich ist Schweizer Holz ein noch stärkeres Kriterium. Wenn man sich die bestehenden Labels ansieht, stellt man fest: Nachhaltiges Holz ist sicher besser als nichtnachhaltiges importiertes Holz. Aber Holz aus Schweizer Wäldern zu verwenden ist nur schon wegen der kurzen Transportdistanzen ökologisch sinnvoll. Es ist auch eine grundsätzliche Frage: Die Grünen sind für regionale Wirtschaft und kurze Distanzen. Gewisse Berufe wie Waldberufe würden in der Schweiz nicht mehr ausgeübt, wenn man immer nur das Billigste nähme. Selbst wenn das Holz nachhaltig ist, ist es günstiger, es im Ausland herzustellen. Wir sind für regionale Wirtschaft und regionale Arbeitsplätze. Wir unterstützen deshalb die Forderung, dass der Bund hier eine Vorbildfunktion wahrnimmt.
Vielleicht noch etwas an die Adresse der SVP: Es ist natürlich schon so - wenn man eine Vorbildfunktion wahrnimmt, hat dies zum Teil Kostenfolgen. Dies ist bei Sparanträgen dann auch zu berücksichtigen. Dennoch unterstützen wir hier die Mehrheit, weil wir denken, dass das für die Umwelt und die regionale Wirtschaft besser ist.