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Häsler Christine · Nationalrat · 2016-03-17

Häsler Christine · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2016-03-17

Wortprotokoll

Ich lege meine Interessenbindung gerne offen: Ich arbeite bei den Kraftwerken Oberhasli (KWO), also in der Strombranche.

Wir mögen uns hier in vielen Fragen immer wieder uneinig sein, doch hinter einem Grundsatz können wohl die meisten stehen: Wir müssen zu unseren Ressourcen Sorge tragen und für einen gesunden Ausgleich zwischen Ökonomie, Ökologie und der Gesellschaft sorgen, also für nachhaltige Entwicklung im besten Sinne. Die Stromeffizienz-Initiative beschränkt sich tatsächlich auf die Effizienz im Bereich Strom und nicht im Bereich der Gesamtenergie. Trotzdem ist sie eine Chance für die Schweiz und für eine nachhaltige Entwicklung in der Schweiz. In der Forderung nach einer sicheren und wirtschaftlichen Stromversorgung liegt viel Potenzial nicht nur für die Ökologie, sondern auch für die Wirtschaft. Die Chance für die Gesellschaft gibt es dann selbstredend.

Wir sprechen hier immer wieder sehr viel über die Produktion und die Art der Produktion von Strom. Das ist selbstverständlich richtig, und es ist auch wichtig. Dabei aber geht etwas viel zu oft vergessen, was noch näher liegt als die Frage nach der richtigen Produktionsart, nämlich dass nichtbenötigter und vor allem nicht gedanken- und sinnlos verbrauchter Strom der günstigste, sauberste und umweltschonendste Strom ist. Denn jede Nutzung ist bei jeder Art der Stromproduktion ein Eingriff in die Natur, und wo wir Strom nicht produzieren müssen, ist auch kein Eingriff nötig.

Die Stabilisierung des Stromverbrauchs auf dem Niveau von 2011 ist auch eine wirtschaftliche Chance. Das betrifft unzählige Bereiche und damit auch eine sehr breite Palette an Schweizer KMU und an Gewerbebetrieben, die sich heute bereits fit gemacht haben für diese anstehenden Herausforderungen. Gerade in der Gebäudeeffizienz - von der einfachen Wärmedämmung über den Ersatz von alten Haushaltgeräten durch energieeffiziente bis hin zum intelligenten Haus, zum intelligenten Gebäude - sind in dieser Branche heute ein sehr grosses Know-how, bereits viel Erfahrung und viel Innovationsgeist vorhanden. Wir sind auf dem richtigen Weg, und wir können nun mit der Annahme dieser Initiative auch politisch die richtigen Weichen stellen.

Der sauberste und günstigste Strom ist der, der nicht produziert, nicht gespeichert und nicht transportiert werden muss - das ist keine Frage. Eine auf Effizienz ausgerichtete Stromversorgung ist für die Schweiz ein Gewinn - ökologisch, ökonomisch und für uns als Gesellschaft.

In diesem Sinne bitte ich Sie, die Initiative zur Annahme zu empfehlen.