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Fricker Jonas · Nationalrat · 2016-04-26

Fricker Jonas · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion · 2016-04-26

Wortprotokoll

Im letzten Block geht es um die beiden Leitlinien Zusammenhalt und Sicherheit. Auch hier haben wir uns wieder die Frage gestellt, was für Massnahmen zu einer nachhaltigeren Entwicklung der Schweiz beitragen. Im Zentrum stehen gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte der nachhaltigen Entwicklung.

An erster Stelle steht die Lohngleichheit von Mann und Frau, die nach 35 Jahren in der Bundesverfassung - wissenschaftlich erwiesen, liebe SVP-Fraktion - immer noch nicht realisiert ist. Die Ablehnung der Änderung des Gleichstellungsgesetzes würde sich sehr gegen diese Tatsache richten. Wir bitten Sie inbrünstig, dieser Änderung zuzustimmen.

An zweiter Stelle steht der Vaterschaftsurlaub. Am letzten Donnerstag hat die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen die Einführung eines gesetzlich geregelten und bezahlten 24-wöchigen Elternurlaubs gefordert. Ein Teil dieser Elternzeit soll verbindlich für Väter reserviert werden. Die Grünen sind überzeugt, dass ein Elternurlaub eine sinnvolle Investition in die Zukunft der ganzen Gesellschaft ist.

Die Forderung nach einem Vaterschaftsurlaub geht nicht so weit, jedoch erscheint sie, typisch schweizerisch, als dieser berühmte kleine Schritt in die richtige Richtung. Viele innovative Unternehmen kennen schon einen Vaterschaftsurlaub, und bald wird auch eine Volksinitiative dazu gestartet werden. Es geht hier um die Förderung der [PAGE 617] Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Der Vaterschaftsurlaub sollte es dem Vater ermöglichen, die Mutter zu unterstützen und schon von Anfang an eine Beziehung zu seinen Kindern aufzubauen, die dann das ganze Leben lang trägt. Es ist auch ein Beitrag zur Fachkräfte-Initiative, denn die gemeinsame Verantwortung in Familie und Beruf wird dazu beitragen, dass mehr Frauen im Beruf bleiben, und auch die Familie als Ganzes wird gestärkt.

Zum Schluss möchte ich noch zwei für uns wichtige Anliegen erwähnen:

1. Wir setzen uns für den Schutz der älteren Arbeitnehmenden ein: Dieser ist wichtig für die soziale Kohäsion bzw. für das Verständnis der verschiedenen Generationen füreinander. Zusätzlich wird auch damit das inländische Arbeitskräftepotenzial besser ausgeschöpft.

2. Wir plädieren für eine Erhöhung der Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit bis 2020 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Diese Zielvorgabe, welche die Vereinten Nationen 1970 festgelegt haben, wird von der Schweiz weiterhin anerkannt. 2014 wurde sie von fünf Ländern der OECD erreicht oder übertroffen. Die Schweiz als eines der reichsten Länder ist leider nicht darunter.