Graf Maya · Nationalrat · 2016-06-07
Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2016-06-07
Wortprotokoll
Ich möchte Ihnen mitteilen, dass die grüne Fraktion die beiden Minderheitsanträge ablehnen wird und Sie bittet, hier wirklich der Mehrheit zu folgen, sowohl bei der gesetzlichen Grundlage für diese Finanzhilfen wie dann auch bei der Vorlage 2, dem Bundesbeschluss zum Kredit. Warum?
Ich habe nicht gezählt, aber wir haben hier schon unglaublich viel über diese sogenannte Fachkräfte-Initiative geredet. Wir haben ebenso oft bemängelt, dass keine oder nur wenige konkrete Vorlagen, konkrete Massnahmen sichtbar sind und dann auch zur Umsetzung kommen. Nun hat der Bundesrat - Sie konnten es lesen - am 4. März 2016 im Rahmen dieser Fachkräfte-Initiative zwei zusätzliche Massnahmen im Gesundheitsbereich beschlossen. Die eine ist das Förderprogramm für die Unterstützungs- und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige für die Jahre 2017-2021, und die andere ist das, worüber wir heute entscheiden, nämlich das Programm für die Interprofessionalität im Gesundheitswesen für vier Jahre, von 2017 bis 2021. Mit der Förderung der Interprofessionalität soll die Effizienz der Gesundheitsversorgung gestärkt werden.
Sie alle arbeiten auch in Teams. Sie wissen, dass es in Teams, die interprofessionell zusammengesetzt sind, wo verschiedene Berufsrichtungen zusammenkommen, wo Fachleute koordiniert werden können und wo deren Tätigkeiten eng aufeinander abgestimmt werden, weniger Reibungsverlust gibt. Das ist gerade im Gesundheitsbereich sehr von Bedeutung. Spitalaufenthalte können verkürzt werden, die Anzahl der Konsultationen kann reduziert werden. Das hat nichts mit Kostenexplosion zu tun, es ist das Gegenteil davon. Es ist eine Kostendämmung, wenn besser, effizienter zusammengearbeitet wird und der eine weiss, was die andere tut. Es erhöht die Zufriedenheit des Fachpersonals, und - das brauchen wir in diesem Bereich, in dem uns viele Fachpersonen fehlen - wir können damit auch vermeiden, dass gutausgebildete junge Frauen und Männer weggehen.
Ich möchte auch zu bedenken geben, dass wir im Rahmen der Beratung der BFI-Botschaft mit grosser Wahrscheinlichkeit 100 Millionen Franken einsetzen werden, um 300 zusätzliche Abschlüsse von Ärztinnen und Ärzten zu finanzieren. Hier geht es um 8 Millionen Franken für vier Jahre. Es betrifft den ganzen Pflegebereich, in dem es noch einen grossen Bedarf gibt. Hier kann die Interprofessionalität nur gefördert werden, wenn wir diese Chance packen und heute im Gesundheitsberufegesetz die Grundlage dafür schaffen, dass nachher wirklich auch etwas passieren kann. Wir wollen alle, dass endlich etwas passiert. Das Gesundheitswesen ist uns allen viel wert.
Ich bitte Sie daher, der Mehrheit zu folgen und die beiden Minderheitsanträge abzulehnen.