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Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2002-03-18

Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2002-03-18

Wortprotokoll

Der Bundesrat ist sich der Bedeutung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in allen Regionen des Landes sehr wohl bewusst. Er hat dies beispielsweise mit dem Programm "Flankierende regionalpolitische Massnahmen", das auf die Abfederung möglicher negativer regionaler Liberalisierungsauswirkungen abzielt, oder in seiner Stellungnahme zur Parlamentarischen Initiative Hämmerle 98.446 bekräftigt. Weitere Rahmenbedingungen für das Angebot an Lehr- und Ausbildungsplätzen sind durch den Lehrstellenbeschluss und das Berufsbildungsgesetz gegeben. Schliesslich ist auf die hängige Parlamentarische Initiative Strahm 99.450 hinzuweisen.

Der Bundesrat hat gegenüber den SBB die Bedeutung dezentraler Angebote für Arbeitsplätze mehrfach betont und die SBB aufgefordert, bei Unternehmensentscheiden auf die regionalen Bedürfnisse und Potenziale Rücksicht zu nehmen, soweit es betriebswirtschaftlich tragbar ist. So haben die SBB beispielsweise ihr neues Kundenservice-Center für den Personenverkehr in Brig angesiedelt. Im Endausbau sind bis zu 300 Arbeitsplätze geplant, bis Ende 2002 sollen 170 Angestellte beschäftigt sein. Im Rahmen der vom Bundesrat erlassenen strategischen Ziele liegt es klar in der Kompetenz der SBB, über die Ansiedlung von Arbeitsplätzen zu entscheiden.

Bezogen auf die neue dreijährige Kondukteurausbildung kann ich Ihnen folgende Stellungnahme der SBB übermitteln: "Es handelt sich um einen Pilotversuch, der ab August 2002 in den Regionen Basel, Bern und Zürich angeboten wird. Unter dem Titel 'Kaufmännische Lehre öffentlicher Verkehr' wird die Lehre für die beiden Bereiche 'Verkauf' und 'Zugbegleitung' kombiniert durchgeführt. Sofern die Erfahrungen positiv sind, wird das Angebot ab 2003 auch auf die Westschweiz (Kantone Genf, Waadt und Wallis) ausgedehnt. Ein eigenständiger Ausbildungsort Wallis/Brig ist zurzeit nicht vorgesehen, weil dort kein Bedarf besteht. Dies gilt auch für den Bereich der traditionellen Ausbildung im Zugbegleitungsdienst. Würde in Brig ein Klassenzug geführt, müssten diese Mitarbeitenden nach der Ausbildung über eine längere Zeitspanne z. B. nach Lausanne/Genf versetzt werden. Zudem warten derzeit immer noch ausgebildete Mitarbeiter auf die Möglichkeit einer Rückversetzung nach Brig."