Graf Maya · Nationalrat · 2016-06-16
Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2016-06-16
Wortprotokoll
Ich nehme gerne das Postulat Trede auf, um heute die Antwort des Bundesrates zu hören, was in diesen zwei Jahren geschehen ist bzw. was zum Thema "Kann Aluminium schädlich sein?" herausgefunden wurde. Dieses Thema wie auch die toxikologischen und gesundheitlichen Aspekte bei körpernahen Anwendungen wurden damals heftig diskutiert.
Vor zwei Jahren hat beispielsweise die Europäische Kommission aus Vorsorgegründen die Zulassung einiger aluminiumhaltiger Lebensmittelzusatzstoffe aufgehoben und die Verwendung beschränkt oder die zulässigen Höchstmengen reduziert. Es kam damals die Diskussion auf, dass auch Produkte zur Ernährung von Säuglingen hohe Aluminiumkonzentrationen haben. Es geht also nicht um das natürliche Aluminium, das wir in uns tragen, sondern um die Aufnahme des Aluminiums durch Lebensmittel.
Ein zweiter Aspekt - das ist jetzt derjenige, den Aline Trede in ihrem Postulat anspricht - ist das Thema: "Aluminium und seine Verbindungen, die für unterschiedliche Zwecke in Kosmetika eingesetzt werden". Am häufigsten und mit hohen Konzentrationen werden Aluminiumfluorid und Aluminiumchlorohydrat aufgrund ihrer schweissreduzierenden Wirkung verwendet. Die meisten im Handel befindlichen Deodorants und Antitranspiranten haben eben diese Verbindung drin. [PAGE 1175] Diese Frage wurde etwa vor zwei Jahren aufgeworfen, weil gewisse Studien Hinweise gaben, dass es mit Brustkrebs in Verbindung gebracht werden kann oder es andere gesundheitlichen Auswirkungen haben könnte. Eine toxische Wirkung auf den Körper könnte bestehen, wenn Kosmetika insbesondere sehr häufig - wir brauchen ja Deodorants jeden Tag, sogar mehrmals täglich - angewendet werden.
Das hat nun Frau Trede mit ihrem Postulat aufgenommen. Sie beauftragt den Bundesrat, ein Verbot von Deodorants mit diesen Aluminiumsalzen auf dem Schweizer Markt zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten. Der Bundesrat ist bereit, dieses Postulat entgegenzunehmen. Wir sind sehr froh darum, weil es nicht nur um diese Deodorants geht, sondern weil es darum geht - auch im Zusammenhang mit der EU-Kommission, die einen wissenschaftlichen Ausschuss schon vor zwei Jahren damit beauftragt hat -, die toxikologischen Aspekte von diesen körpernahen Anwendungen zu prüfen. Wir wünschen uns also, dass der Bundesrat in einem Bericht auch aufzeigen kann, wie in Kosmetika und, wenn es möglich ist, natürlich auch im Lebensmittelsektor dieses Aluminium auf unsere Gesundheit wirken könnte. Ich bin gespannt auf die Antwort des Bundesrates.