Noser Ruedi · Ständerat · 2016-12-01
Noser Ruedi · Ständerat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2016-12-01
Wortprotokoll
Wenn man hier nicht für die Mehrheit ist, dann hat man in erster Linie das im Kopf, was früher mal in der Schweiz stattfand: Kurzaufenthalter, die für eine nicht hochqualifizierte Arbeit in die Schweiz kamen und dann wieder gingen. Aber schauen Sie, was heute in der Wirtschaft abgeht: Sie machen Projekte, suchen einen Projektstandort, sagen, dass Sie das in Winterthur oder in Bern machen, und Sie holen die Leute für sechs, sieben Monate aus ganz Europa zusammen. Wenn man dann sagen muss, dass bei einem Projekt in der Schweiz die Familien zu Hause bleiben müssen - wenn Sie es in Konstanz oder in München machen, können alle Familien kommen -, dann verliert die Schweiz an Attraktivität.
Wenn wir Leute im Ausland anstellen, ist es für uns selbstverständlich, dass die mal sechs oder acht Monate zu uns [PAGE 964] kommen, um uns und unsere Kultur kennenzulernen. Dann gehen sie wieder zurück und übernehmen dort zum Beispiel die Filiale oder die Filialleitung. Sie können doch so jemandem nicht sagen, er müsse jetzt acht Monate in die Schweiz kommen und könne seine Frau nicht mitnehmen. Zum Teil machen sie daraus ja sogar einen Sprachaufenthalt und lernen noch Deutsch mit ihren Familien. Das sind gute Voraussetzungen. Ich möchte hier wirklich kein generelles Verbot erlassen, und zwar nicht wegen der Personenfreizügigkeit, sondern wegen des Schweizer Wirtschaftsstandortes.
Ich bitte Sie, bei der Mehrheit zu bleiben.