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Jenny This · Ständerat · 2002-03-07

Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-03-07

Wortprotokoll

Ich bilde permanent etwa 15 bis 18 Lehrlinge aus, ich würde also direkt von der Initiative profitieren. Und trotzdem bitte ich Sie, diese Initiative zur Ablehnung zu empfehlen.

Als die Initiative vor vier Jahren lanciert wurde, standen viele noch unter dem Eindruck eines drohenden Lehrstellenmangels. Das Parlament hat damals umgehend mit den Lehrstellenbeschlüssen I und II reagiert. Damals gab und heute gibt es insbesondere im Gewerbe stets offene Lehrstellen, und in vielen Betrieben mangelt es immer noch an qualifiziertem Personal.

Die Initiative verlangt nun ein Recht auf einen Ausbildungsplatz und will diese Aufgabe Bund und Kantonen übertragen. Die Berufsbildung ist aber von einer guten Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand abhängig. Ob dies funktioniert oder nicht, ist nur - und nur! - von diesem Verbund abhängig. Selbst in Krisenzeiten hat die Wirtschaft immer bewiesen, dass sie bereit ist, Lehrlinge auszubilden, und das wird auch inskünftig so sein. Dazu bedarf es keiner staatlichen Einrichtungen.

Mit der Vorgabe, dass diese Ausbildung insbesondere an staatlichen Institutionen stattfinden soll, wollen die Initianten offensichtlich vom dualen Bildungssystem, das zwischen Praxis und Theorie ausgewogen ist, abweichen. Bereits 1986 hat das Volk die so genannte Lehrwerkstätten-Initiative, die in die gleiche Richtung zielte, abgelehnt. Die Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt hat dem Volk Recht gegeben.

Der zweite Punkt der Initiative - das wurde gesagt -, die Schaffung eines schweizerischen Berufsbildungsfonds, greift zwar mit der Erfassung der Trittbrettfahrer in die richtige Richtung. Es ist nicht korrekt, wenn viele, die keine Lehrlinge ausbilden, profitieren und jene, die Lehrlinge ausbilden, bezahlen müssen. Denn eines müssen wir sehen: Lehrlinge ausbilden ist kein Geschäft, kein momentanes Geschäft, aber es ist eine Investition in die Zukunft. Nur begreifen das nicht alle; insbesondere die kleinen und mittleren Betriebe wollen das nicht begreifen. Die Schaffung eines einheitlichen staatlichen Bundesfonds ist trotz dieser Trittbrettfahrer abzulehnen.

Ich möchte Sie ebenfalls bitten, die gesamte Initiative zur Ablehnung zu empfehlen.