Eberle Roland · Ständerat · 2017-03-01
Eberle Roland · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-03-01
Wortprotokoll
Im Grundsatz teile ich die Auffassung von Herrn Ständerat Noser. Ich mache mir keine Illusionen; möglicherweise werden wir hier mit einer liberalen Haltung unterliegen. Aber ich möchte zu zwei Punkten Stellung beziehen.
Der eine Punkt ist das Argument, der Konsument wolle das nicht. Auf der einen Seite wird gesagt, dass 85 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten keine gentechveränderten Produkte wollen, auf der anderen Seite dürften, wenn das stimmen würde, die Importe nicht derart steigen. Wir wissen haargenau, dass ein Grossteil, ein beträchtlicher Teil der Lebensmittel, die importiert werden, gentechveränderte Produkte beinhaltet. Hier nützt man also das Argument, dass der Konsument das will oder nicht will, sehr einseitig aus und verweigert sich der wirklichen Betrachtung der Tatsachen.
Der andere Punkt, zu dem ich Stellung beziehen möchte, ist die Frage der Dauer dieses Moratoriums. Wenn man schon wieder ein Moratorium beschliesst und damit natürlich auch eine Verweigerungshaltung dieser ganzen Thematik gegenüber signalisiert, dann plädiere ich für ein vierjähriges Moratorium. Acht Jahre sind eine Ewigkeit, wenn man das unter forschungstechnischen Betrachtungen anschaut; darauf hat auch Ruedi Noser hingewiesen. Wir können schon so tun, als geschehe nichts auf dieser Welt, aber es geschieht. Wenn es nicht hier geschieht, kontrolliert und nach Swiss Standards, dann geschieht es anderswo, und wir vergeben uns hier einfach eine Möglichkeit, eine Chance. Das kann man schon, aber ich denke, politische Entscheide mit solchen Auswirkungen sollten nicht von Angst, Unsicherheit und einer Verweigerungshaltung geprägt sein, sondern eher von einer offenen, zukunftsorientierten Haltung.