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Glarner Andreas · Nationalrat · 2017-03-08

Glarner Andreas · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-03-08

Wortprotokoll

Die Idee von Kollege Béglé ist gar nicht so falsch, nur müssen Sie sehen: Wir sollten zuerst einmal alles andere erledigen. Das heisst, wir haben in diesen Gebieten in diesen Flüchtlingscamps - ich war selbst in mehreren Flüchtlingslagern - Leute, die kein Dach über dem Kopf haben. Es gibt Leute, die in alten Fabrikhallen hausen müssen, in denen die Hitze nahezu unerträglich ist, das allerdings nur im Sommer, weil im Winter die Kälte fast tödlich wird. Es gibt Leute, die nicht einmal in richtigen Zelten wohnen, sondern sich gerade einmal mit ein paar Knüppeln und Blachen eine Unterkunft gemacht haben.

Ich glaube, die Schweiz täte gut daran, hier zuerst zu helfen. Die Schweiz täte auch sehr gut daran, ihre Entwicklungshilfe wirklich auf die Leute auszurichten, die es echt nötig haben. Was die Vertriebenen angeht, so haben wir ein Prozent der Flüchtlingshilfe für Syrien ausgerichtet, rund 31 Millionen von rund drei Milliarden Franken. Sie sehen, wir setzen die Schwerpunkte etwas seltsam. Bezüglich der Schwerpunkte können Sie im Jahresbericht 2015 auch nachlesen, dass wir z. B. - es ist kein Witz - Fahrzeuge mit Kunstwerken beladen, in die Pampa fahren und dort den Leuten Kunstwerke zeigen, währenddessen man in anderen Regionen, auf gut Deutsch gesagt, vor Hunger verreckt oder in anderen Ländern gegen die Hitze noch nicht mal ein Zelt oder ein Dach über dem Kopf hat. Unsere Entwicklungshilfe macht es auch möglich, dass wir Künstler - natürlich, Sie ahnen es schon: linke Künstler - mit irgendwelchen Kulturpreisen sponsern.

Bevor wir nicht all das in Ordnung gebracht haben, sollten wir nicht noch mehr machen. Wir müssen beim Elementarsten anfangen, dort, wo die Leute wirklich am Leiden sind. Wenn wir in die Ausbildung investieren wollen, gerne, aber erst, wenn alles andere in Ordnung ist.