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Schmidt Roberto · Nationalrat · 2017-03-14

Schmidt Roberto · Nationalrat · Wallis · CVP-Fraktion · 2017-03-14

Wortprotokoll

Dans son chant intitulé "Soir d'octobre" accompagné par la musique du compositeur fribourgeois André Ducret, l'auteur vaudois Emile Gardaz décrit le crépuscule d'une soirée en octobre comme suit: "Un peu d'ombre et de lumière au partage entre chien et loup." L'expression "entre chien et loup" convient parfaitement au sujet de ma motion concernant les loups hybrides.

Wenn der Waadtländer Schriftsteller Emile Gardaz in einem durch André Ducret vertonten Lied die Dämmerung an einem Oktoberabend mit jener dunklen und mystischen Abendstimmung vergleicht, in der man zwischen einem Hund und einem Wolf nicht mehr so genau unterscheiden könne, dann hat er sicher auch schon vermutet, dass in unserem Wolfsbestand sogenannte Hybriden oder Wolfsmischlinge leben, Hunde, die sich mit ihrer wildlebenden Stammform, den Wölfen, gekreuzt haben.

Es geht hier und heute überhaupt nicht um die Frage, ob wir für oder gegen den Wolf sind. Mit meiner Motion verlange ich nur, dass durch unabhängige Experten anhand der Morphologie und des Phänotyps einmal abgeklärt werde, ob die in der Schweiz lebenden Wölfe tatsächlich reine Wölfe sind - Wölfe, die durch unsere Gesetzgebung geschützt sind - oder ob es sich allenfalls teilweise um Wolf-Hunde-Mischlinge handelt, wie dies von internationalen Fachleuten in letzter Zeit zunehmend behauptet wird.

Selbst der Bundesrat ist der Meinung, dass eine Hybridisierung mit Haustieren immer vermieden werden muss, um die genetische Vielfalt an Wildtieren in unserer Natur zu erhalten. Mischlinge führen längerfristig zum Aussterben der Art. Der Bundesrat sieht aber trotzdem keinen Handlungsbedarf, weil es in der Schweiz keine freilebenden Hunde gebe und somit auch Kreuzungen ausgeschlossen werden könnten. Das mag vielleicht stimmen. Aber ich möchte Frau Bundespräsidentin Leuthard doch daran erinnern, dass die in den letzten fünfzehn Jahren in die Schweiz eingewanderten Wölfe aus Italien und Frankreich stammen, wo unzählige Mischlinge durch Experten bereits nachgewiesen worden sind.

Zudem stützt sich der Bundesrat in seiner ablehnenden Begründung immer wieder auf die bisherigen DNA-Analysen der Uni Lausanne, obwohl auch die Verwaltung längstens weiss, dass Mischlinge ab einem bestimmten Einkreuzungsgrad bei diesen genetischen Untersuchungen gar nicht mehr zu erkennen sind, zumal es sich meistens gar nicht um richtige genetische Untersuchungen handelt, sondern nur um molekular-biologische Analysen, bei denen eben gar keine Stammbaumuntersuchung gemacht wird. Um sicher zu sein, dass reinrassige Wölfe - die geschützt werden sollen - in der Schweiz leben, braucht es Untersuchungen zum Knochenaufbau, zum äusseren Erscheinungsbild und zum Verhalten.

Das tönt jetzt alles so unglaublich gescheit, dass vermutlich weder die Frau Bundespräsidentin noch ich das alles so richtig verstehen. Was ich aber noch viel weniger verstehe, ist, warum der Bundesrat sich dermassen sträubt, diese von der Landwirtschaft und von vielen Kreisen geforderten Untersuchungen einmal vornehmen zu lassen und endlich die zunehmende Zahl von Vermutungen der Experten in Bezug auf Hybriden zu entkräften, wenn er ja so sicher ist, dass es bei uns nur reinrassige Wölfe mit den besten Stammbäumen gibt. Wenn wir schon so viel Geld unnötig für den Wolfsschutz ausgeben, können wir doch ruhig auch noch ein bisschen Stammbaumforschung betreiben.[GZ]

Ich danke Ihnen für die Unterstützung meiner Motion.