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Rieder Beat · Ständerat · 2017-05-30

Rieder Beat · Ständerat · Wallis · CVP-Fraktion · 2017-05-30

Wortprotokoll

Ich werde Sie nicht mit Wiederholungen langweilen, ich verspreche es Ihnen. Wenn Sie heute einen Entscheid fällen müssen, dann müssen Sie ja grundsätzlich eine Zukunftsprognose über die schweizerische Hotellerie abgeben. Was ist in drei Jahren, Herr Caroni? Was ist in zehn Jahren? Oder was ist 2035? Dabei ist es manchmal ganz interessant und wichtig, wenigstens die Marktzahlen und die Vergangenheit der schweizerischen Hotellerie zu kennen. Wir haben heute Morgen über die Hochseeschifffahrt gesprochen. Ich hatte das Gefühl, dass wahrscheinlich einige Leute an den entscheidenden Stellen den Markt nicht kannten und daher zur falschen Zeit am falschen Ort investierten. Daher müssen wir heute etwa 200 Millionen Schweizerfranken für die Hochseeschifffahrt zahlen.

Ich sage Ihnen jetzt, wie sich die Zahlen der Hotellerie seit 1996 entwickelt haben. 1996 gab es 6175 Betriebe. Heute, zwanzig Jahre später, gibt es noch 4949 Betriebe. Das ist ein Minus von 20 Prozent: minus 21 Prozent in den Bergregionen, minus 21 Prozent in den kleinen Städten und minus 27 Prozent - also der grösste Rückgang - in den ländlichen Regionen und plus 13 Prozent in den Städten. Was bedeutet das? Wir können eigentlich nur eine günstige Perspektive und Prognose für die Städtehotellerie abgeben. Nur muss man wissen: Die gerühmte Städtehotellerie macht ganze 10 Prozent der Betriebe und der Logiernächte aus, hat also einen verschwindend kleinen Anteil am Markt.

2016, letztes Jahr - die Zahlen werden nächstens veröffentlicht werden -, gingen in der Schweiz 106 Hotelbetriebe zu. Das ist die Realität, das läuft ab! In drei Jahren, Herr Caroni, werden weitere 300 Betriebe zumachen. Die Tendenz beim Hotelmarkt ist klar: Es gibt grössere Hotels, grössere Investitionen und grosse Investitionsgesellschaften, die diese Hotels bauen. Diese brauchen eine langfristige Planung. Es wird auf 25 bis 40 Jahre investiert - das ist heute auf dem Markt die Realität. Wenn Sie eine Planung machen, dann müssen Sie auch die Abgaben und die Steuern planen. Dann sprechen wir nicht von drei Jahren Planungsfrist, auch nicht von zehn Jahren, sondern von einer Frist, die wahrscheinlich ideal mit der Finanzordnung, wie wir sie vorhin beschlossen haben, beendet würde. Alles andere ist um den heissen Brei herumgeredet.

Ich habe vor Kurzem einen Vorschlag für Hotels unterbreitet, die nicht überleben können: dass wir diese aus dem Markt herausnehmen, dass wir diese umwandeln. Das wurde aber nicht gewünscht. Ich bin der dritte Unterzeichner, wenn Sie, Herr Caroni, einen Vorstoss für die 200 Millionen Franken einreichen! Ich glaube aber nicht, dass Sie diesen Vorstoss einreichen werden. Daher bin ich verpflichtet, auf jenes Mittel zurückzugreifen, das wir kennen, nämlich auf den Sondersatz.

Daher stelle ich den Antrag, dass Sie dem Nationalrat folgen und den Einzelantrag Engler unterstützen.

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