Wicki Hans · Ständerat · 2017-09-13
Wicki Hans · Ständerat · Nidwalden · FDP-Liberale Fraktion · 2017-09-13
Wortprotokoll
Vorab lege ich meine Interessenbindung offen: Als Präsident des Zentralschweizer Komitees Durchgangsbahnhof Luzern engagiere ich mich gerne für dieses Zukunftsprojekt, denn ich bin überzeugt, dass die Schaffung eines solchen Durchgangsbahnhofs nicht nur für die Zentralschweiz, sondern auch für das ganze Land von Bedeutung ist; immerhin ist der Bahnhof Luzern der drittgrösste Bahnhof in der Schweiz. Bereits im "Bahn 2000"-Konzept war ein Ausbau zu einem Vollknoten vorgesehen, dies natürlich nicht ohne Grund: Mit dem Ausbau des Bahnhofs Luzern würde eine weitere Neat-Etappe im Konzept erreicht, und die Fahrzeit von Deutschland über Basel nach Luzern und Mailand könnte um eine halbe Stunde reduziert werden, was übrigens auch die Linienführung via Zürich entlasten würde. Welchen Wert eine zusätzliche effiziente Linienführung im Eisenbahnverkehr hat, dürfte der Streckenunterbruch bei Rastatt in den letzten Wochen zur Genüge gezeigt haben.
Im nationalen und internationalen Kontext hätte ein Ausbau Luzern einen wichtigen Einfluss, von den regionalen Aspekten - insbesondere auch im Tourismus - ganz zu schweigen. Umso weniger verständlich ist für mich die Stellungnahme des Bundesrates. Es bleibt darin generell unklar, welche Faktoren in das gesamte Kosten-Nutzen-Verhältnis einbezogen wurden. Die aktuell vielzitierte Transparenz fehlt mir hier vollständig. Ob etwa auch der Nutzen für die gesamte Region als Hochburg für den Tourismus in der Schweiz, aber auch die internationale Bedeutung eine Würdigung erfuhren, kann man der Stellungnahme nicht entnehmen.
Schliesslich stelle ich mir die Frage, ob im Gesamtkontext die Bedeutung von Luzern als wichtiger Knotenpunkt unseres Eisenbahnnetzes nicht unterschätzt wurde. Nicht zuletzt auch im Hinblick auf den Nutzen der Beseitigung von Engpässen in anderen Regionen erwarte ich daher, dass in Bezug auf die Ausbauschritte 2030/35 die in der Interpellation gestellten Fragen nochmals vertieft analysiert werden.