Walter Hansjörg · Nationalrat · 2002-06-05
Walter Hansjörg · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-06-05
Wortprotokoll
Ich habe verstanden, dass ich hier nicht allzu lange sprechen soll. Ich möchte einige Punkte zurückweisen. Es ist nicht so, dass die Arbeitsverträge in der Landwirtschaft nicht eingehalten werden. Der Sprecher der Kommission hat gesagt, dass wir kantonale Arbeitsverträge haben. In der Ostschweiz und in der Westschweiz haben wir ähnliche Verträge. Diese Arbeitsverträge werden eingehalten. Wir haben ein Problem mit der Arbeitszeit, das gebe ich zu. Aber wir haben im Grunde genommen kein Problem mit den Mindestlöhnen. Diese werden bezahlt. Denken Sie daran: In den Löhnen sind meistens auch die Wohnung und der Naturallohn inbegriffen, d. h., das wird mit 900 Franken [PAGE 752] bewertet. Ich möchte Sie fragen: Sind Sie bereit, einem Angestellten für 900 Franken volle Verpflegung und Wohnung zu geben? Das ist eine Bewertung. Trotz diesen tiefen Werten, die wir hier im gegenseitigen Einvernehmen machen - sie werden vom Bund, von der AHV festgelegt -, erfüllen wir die Mindestanforderungen bei den Lohnsummen.
Was in Bezug auf den Kanton Thurgau gesagt worden ist, muss ich zurückweisen. Sie haben nur die Sommerarbeitszeit gerechnet. Im Winter ist die Arbeitszeit tiefer. Im Durchschnitt sind es 60 Stunden. Wir haben mittlerweile - und jetzt müssen Sie gut zuhören, das sind die Arbeitszeiten in der Landwirtschaft - für alle Lehrlinge Arbeitszeiten von 55 Stunden, inklusive Präsenzzeit auf dem Bauernhof. Ich verhehle nichts. Die landwirtschaftlichen Lehrverträge in der Schweiz werden mit 55 Stunden Wochenarbeitszeit abgeschlossen. Das ist eine lange Arbeitszeit, aber sie muss im Einklang mit dem zukünftigen Beruf sein.
Der Schweizerische Bauernverband hat die Parlamentarische Initiative ihres Vizepräsidenten diskutiert. Wir sind - ausser ihm natürlich - einstimmig gegen diese Parlamentarische Initiative. Wir wollen diese ganze Angelegenheit - und das sage ich hier - in der Branche lösen. Es ist ein Unterschied, ob wir Arbeitsverträge für den Gemüsebau oder für andere Branchen haben. Es wird hier Bewegung geben, aber wir wollen an diesem System festhalten und das Problem über die Branche lösen. Von daher wird hier etwas in Bewegung kommen.
Ich bitte Sie also, uns Zeit zu geben und dieser Parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben.