Maurer Ueli · Bundesrat · 2017-12-14
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2017-12-14
Wortprotokoll
Wir bitten Sie, die Motion der grünen Fraktion nicht anzunehmen. Wir sind der Meinung, dass der Bund bereits ein moderner Arbeitgeber ist, und das wollen wir auch bleiben. Wir schreiben beispielsweise alle Vollzeitstellen immer für 80 bis 100 Prozent aus, um zu signalisieren, dass auch ein tieferer Beschäftigungsgrad möglich ist. Es gibt wenige Bereiche, wo wir in jedem Fall eine 100-Prozent-Anstellung fordern. Das ist vor allem im uniformierten Bereich der Fall. Aber sonst erfolgt die Ausschreibung für Vollzeitstellen für 80 bis 100 Prozent. Wir stellen aber fest, dass diese Angebote zur Arbeitszeitreduktion relativ wenig genutzt werden. Die Leute wollen in der Regel 100 Prozent arbeiten. Es gibt auch andere, aber es sind relativ wenige.
Wir gehen auch davon aus, dass sich die Arbeitswelt in Zukunft noch ändern wird. Es wird mehr Flexibilität gefordert werden, und darauf müssen wir entsprechende Antworten haben. Mehr Flexibilität heisst vielleicht auch Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeiten - früher beginnen, länger arbeiten, wie auch immer. Das möchten wir entsprechend auch prüfen.
Wir starten nächstes Jahr intern einen Workshop, um einmal zu testen, wie das gehen könnte. Das betrifft einmal den Arbeitsplatz. Wie kann und muss er gestaltet werden? Allenfalls kann es eine Kombination mit Home-Office geben. Wie lange arbeitet man im Büro? Wie lange kann man daheim arbeiten? Wann kann man beginnen, wie kann man das an familiäre Verhältnisse anpassen? Es geht also um den Arbeitsplatz, um die Arbeitszeit. Dabei kommen dann auch vertragliche Regelungen ins Spiel. Wir arbeiten hier mit dem Eidgenössischen Personalamt und mit dem Bundesamt für Informatik zusammen und testen das einmal. Wir vergleichen uns auch mit anderen Organisationen. Denn wir wollen ja ein moderner Arbeitgeber sein und wollen auch die Gelegenheit bieten, die Arbeitszeit auf die familiären Verhältnisse abzustimmen.
Ich denke, das, was Sie mit Ihrer Motion wünschen, ist bei uns erkannt, ist bei uns in Arbeit. Wir bieten das an. Wir möchten das jetzt auch noch praktisch zeigen und unsere Mitarbeiter ermuntern, davon Gebrauch zu machen, weil sie aus unserer Sicht davon zu wenig Gebrauch machen, obwohl sie dies könnten.
Ich denke nicht, dass es notwendig ist, die Motion anzunehmen, weil wir bereits in diese Richtung arbeiten und entsprechende Modelle fördern.