Hausammann Markus · Nationalrat · 2018-02-28
Hausammann Markus · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-02-28
Wortprotokoll
Ich möchte vorausschicken, dass ich als Käsereimilchproduzent von der Umsetzung meiner Motion nicht persönlich profitieren werde.
Beim Programm für die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) gilt heute die Vorgabe, dass in der Jahresration aller auf dem Betrieb gehaltenen raufutterverzehrenden Nutztiere mindestens 90 Prozent Grundfutter enthalten sein müssen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Zusätzlich muss aber die Ration im Talgebiet zu mindestens 75 Prozent und im Berggebiet zu mindestens 85 Prozent aus Wiesen- und Weidefutter bestehen. Die Vorgaben zu den hohen Anteilen Wiesen- und Weidefutter schränken die Teilnahmemöglichkeit von Tierhaltern am GMF-Programm unnötig ein. In vielen Fällen führt der hohe Anteil an Wiesen- und Weidefutter dazu, dass der auf dem Betrieb im Rahmen einer ausgeglichenen Fruchtfolge produzierte Silomais aufgrund der Programmbestimmungen auf dem Betrieb nicht verfüttert werden darf. Er muss verkauft und durch zugekauftes Wiesen- und Weidefutter ersetzt werden. Das ist ökologisch unsinnig.
Zudem ist es so, dass bei Sommertrockenheiten, wie sie in den vergangenen Jahren oft vorgekommen sind, die Erträge von Grasland massiv sinken, während die Erträge beim Mais stabiler sind. Trockene Sommer führen daher dazu, dass die GMF-Vorgaben von vielen Betrieben nur aufgrund grosser Zukäufe von Wiesen- und Weidefutter erfüllt werden können. Nicht selten ist das preiswerteste Futter am Markt Luzerne aus Frankreich oder Spanien, was die Ökobilanz zusätzlich belastet.
Aus den genannten Gründen sind die Einsatzmöglichkeiten von betriebseigenem Mais oder Futterrüben sowie weiteren betriebseigenen Grundfuttermitteln im GMF-Programm auf ein vernünftiges Mass zu erhöhen. Das Programm ist aus meiner Sicht entsprechend anzupassen.
Ich bitte Sie, meinen Vorstoss zu unterstützen und damit eine nachhaltige inländische Raufutterversorgung gegenüber Futterimporten zu bevorzugen.