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Heim Bea · Nationalrat · 2018-02-28

Heim Bea · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2018-02-28

Wortprotokoll

Es geht um das Postulat "Mehr Attraktivität für die Diplomausbildung Pflege". Sie wissen es alle: Der Bedarf an Pflegefachpersonen ist gross, und er wächst aufgrund der demografischen Veränderungen, aber auch aufgrund steigender Anforderungen in der Spitex, in der ambulanten Pflege, in der Langzeitpflege. Und was seit den letzten Jahren vor allem fehlt, das sind diplomierte Pflegefachfrauen. Man rechnet damit, dass sich in der Diplompflege der Bedarf an Ausbildungsabschlüssen in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird. Das heisst, wir müssen schauen, dass die Leute genug Möglichkeiten haben, dass es attraktiv genug ist, sich von der Fachangestellten Pflege zur diplomierten Pflegefachperson ausbilden zu lassen.

Der Kanton Waadt hat gesehen: Er muss in Teilzeitausbildung investieren, und er muss Anreize schaffen und Massnahmen treffen, um die Zahl der Diplomierten zu steigern. Es muss möglich sein, quer einzusteigen. Es muss möglich sein, dass man sich mit Berufserfahrung weiterbilden und die Familie durchbringen kann. Es ist unmöglich, diese Leistung mit einem Praktikumslohn zu erbringen, und ein Praktikumslohn entspricht auch nicht der Verantwortung, die diese Leute, die sich in der Diplomausbildung befinden, tragen.

Es gilt also, Wege und Möglichkeiten zu prüfen, um das Potenzial der an der Diplomausbildung Interessierten zu nutzen, die richtigen Rahmenbedingungen für sie zu schaffen und die interprofessionelle Arbeit zu stärken. Heute ist es so: Wer sich zur diplomierten Fachperson Gesundheit ausbilden lassen will, kommt quasi wieder für einen Praktikumslohn zur Arbeit. Aber so kann man eine Familie nicht durchbringen. Deshalb müssen wir uns ganz spezielle Anreize überlegen.

Der Bundesrat sagt, man sehe das zwar ein und man wolle, aber man sei eigentlich der Meinung, dass man mit den bereits ergriffenen und den geplanten Massnahmen den Anliegen dieses Postulates Rechnung trage. Nun kann ich Ihnen sagen: In der realen Berufswelt, bei den Leuten, die in diesem Beruf stehen, die sich weiterbilden lassen wollen, die sich unter grossen Opfern, finanziellen Opfern auch, weitergebildet haben, da ist die Meinung ganz anders. Sie sehen hier einen dringenden Handlungsbedarf - deshalb dieses Postulat, das den Bundesrat beauftragt, "zu prüfen und aufzuzeigen". Der Bundesrat muss ja nicht von heute auf morgen handeln. Er sollte dann gelegentlich handeln, aber uns wenigstens Anreize und Massnahmen aufzeigen, damit wir die Chance, dass sich Fachfrauen und Fachmänner in der Pflege zu diplomierten Fachfrauen und Fachmännern ausbilden lassen, wirklich nutzen können, weil sie es wirtschaftlich verkraften können. Ich glaube, das ist eine wichtige Aufgabe. Es ist unsere Aufgabe, hier vorwärtszumachen.

Ich bitte Sie, das Postulat anzunehmen.