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Arslan Sibel · Nationalrat · 2018-03-01

Arslan Sibel · Nationalrat · Basel-Stadt · Grüne Fraktion · 2018-03-01

Wortprotokoll

Ich komme aus der Hauptstadt des Veloverkehrs, denn die Stadt Basel führt seit Jahren die Tabelle an: 17 Prozent der Wege werden in Basel mit dem Velo zurückgelegt. Das ist der schweizerische Meistertitel. Ich will natürlich nicht verschleiern, dass ich schon etwas stolz bin darauf.

Das Erfolgsrezept in Basel: Die politischen Akteure setzen die Förderung der Velokultur zuoberst auf die politische Agenda. Warum sollten wir das nicht auch schweizweit schaffen, wenn wir doch die besten Voraussetzungen dafür haben? Der Langsamverkehr ist die Verkehrsform, die sich am günstigsten auf die städtische Lebensqualität auswirkt. Wer Velo fährt, schont die Luftqualität, spart Energie, kommt in der Stadt und auf dem Land schneller vorwärts und fördert seine Gesundheit. Bereits 30 Minuten Velofahren täglich wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Velofahrerinnen und Velofahrer sind zudem leistungsfähiger und fehlen seltener bei der Arbeit: Es ist verkehrspolitischer Superfood. Velofahren fördert wegen der Fitness die Arbeitsleistung in der Wirtschaft und in der Schule und führt zu weniger Kosten im Gesundheitswesen.

Während wir aber über Velowege und Veloförderung, also über sinnvolle und präventive Ziele sprechen, dürfen wir eine Grauzone nicht übersehen: die Bevölkerungsgruppe, welche vielleicht auch einen Migrationshintergrund hat und teilweise mit der Velokultur nicht vertraut ist. Nicht alle Ausländer sind Holländer. Wer in seiner Jugend nicht selber Velo gefahren ist, wird dies seinen Kindern kaum gut beibringen können. Es ist eben leichter, auf das Velo umzusteigen, wenn man das Velofahren als Kind gelernt hat. Für alle, die das Velofahren erst im Erwachsenenalter lernen, ist das weniger einfach. Umso wichtiger ist es, dass die Bevölkerungsgruppe, welche nicht mit dem Velofahren aufgewachsen ist, über die Vorteile, die Bedeutung und die Entwicklung des Velos aufgeklärt wird und dass die Kinder dieser Familien Velofahrkurse machen können. Viele Städte, unter anderen meine Heimatstadt Basel, machen das schon, aber es wäre wichtig, dass wir das überall anbieten können. Es wäre wichtig, dass wir nicht nur in Modellstädten und -quartieren ein Velowegnetz haben. Nur wenn wir generell sichere Velowege haben, können wir auch überzeugend dazu aufrufen, dass Kinder und Jugendliche das Velo nutzen sollen, in der Hoffnung, dass sie auch später dabei bleiben.

Aus diesen Gründen bitte ich Sie, die Initiative und den Gegenvorschlag sowohl hier im Rat als auch an der Urne zu unterstützen.