Jauslin Matthias Samuel · Nationalrat · 2018-03-07
Jauslin Matthias Samuel · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion · 2018-03-07
Wortprotokoll
Ich beantrage Ihnen zusammen mit Herrn Thomas de Courten, diese Motion nicht anzunehmen. Wir werden uns auch die Redezeit teilen. Hier in diesem Fall ist ganz klar, dass man den Sack schlägt, aber eigentlich den Esel meint. Wenn man meint, aufgrund dieser Vermittlerprovisionen stiegen die Krankenkassenprämien, setzt man auf das falsche Pferd. Die Krankenkassenprämien werden beeinflusst vom Selbstbedienungsladen, von der Mengenausweitung, vom Vertragszwang, und von den sehr hohen Löhnen der Ärzte und des Personals in den einzelnen Sparten.
Der "Kassensturz" und der "Beobachter" sind in ihrer Berichterstattung unpräzise. Es sind nämlich nicht Gelder aus der Grundversicherung, mit denen Vermittlerprovisionen bezahlt werden, sondern es sind Gelder aus der Zusatzversicherung. Das ist auch ersichtlich bei der Darstellung der ganzen Sache. Hier muss man sich fragen: Soll Beratung überhaupt gratis sein? Warum lässt sich der Kunde von Dritten beraten? Man könnte ja auch direkt zu einer Krankenkasse gehen und sich beraten lassen, anstatt von einem Vermittler oder Makler über den Tisch gezogen zu werden. Man könnte sich auch selber informieren; man könnte den Prämienrechner nehmen, der auf der Website des Bundes aufgeschaltet ist, oder jenen von Comparis, das einen solchen Dienst bietet. Man muss sich auch fragen, ob der Versicherungsnehmer die Beratung nicht aus dem eigenen Sack zahlen soll.
Vermittlerprovisionen machen es nicht aus, dass unsere Krankenkassenprämien so hoch sind. Es ist keine gute Idee, hier mehr Kompetenz an den Bundesrat zu überweisen.
Ich bitte Sie, diese Motion abzulehnen.