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Giezendanner Ulrich · Nationalrat · 2002-06-13

Giezendanner Ulrich · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-06-13

Wortprotokoll

Mein Antrag hat offensichtlich einigen Wirbel verursacht. Das macht gar nichts.

Warum habe ich diesen Antrag gestellt? Wie ich war die Aargauer Bevölkerung nach dem Entscheid des Ständerates sehr enttäuscht. Ich habe nichts gegen die Kantone Fribourg, Tessin oder alle sonstigen anderen Kantone - überhaupt nichts! Aber ich bin enttäuscht, dass man nicht sieht, was der Aargau alles für diesen Staat tut, dass er aber nichts dafür bekommt. Wir haben die beste Lage, der Kanton wird vom Verkehr durchfahren, und im Vergleich zu den [PAGE 892] anderen Standortkantonen haben wir keine Hochschule, keine Universität. Das war der Grund, warum ich gesagt habe: So kann es nicht weitergehen, wir Aargauerinnen und Aargauer möchten auch etwas haben.

Mein Antrag ist keine Frechheit, wie das Kollege Jutzet, den ich sonst sehr schätze, in der Presse wiedergegeben hat! Es ist einzig das Bekenntnis zu unserem Kanton, und es ist mir völlig egal - ich muss das sagen: völlig egal! -, welche anderen möglichen Standorte, ob Fribourg, St. Gallen oder Bellinzona, den Zuschlag kriegen. Es geht nicht darum. Aber ich möchte, dass Sie in einem Akt der Fairness unseren Kanton endlich berücksichtigen. Es kann doch nicht sein, dass wir nur die Lasten tragen, aber nie etwas kriegen. Denn eigentlich wären wir der beste Standort für die Zufuhr der Delinquenten: Aarau ist nun mal zentral gelegen.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich heute Morgen auch in der Fraktion darüber gesprochen habe. Man hat mir geraten, im Sinne der Wahrung der Ruhe zwischen den Kantonen und der Vermeidung von Anfeindungen, den Antrag zurückzuziehen. Ich mache das, ich ziehe meinen Antrag zurück, aber ich bitte Sie nochmals, Fairness walten zu lassen und unseren Kanton zu berücksichtigen.