Quadranti Rosmarie · Nationalrat · 2018-03-15
Quadranti Rosmarie · Nationalrat · Zürich · Fraktion BD · 2018-03-15
Wortprotokoll
Gute und gelingende Integration und Integrationsmassnahmen sowie die Integrationswilligkeit von Menschen, die zu uns kommen, weil sie ihre Heimat verlassen mussten, sind Erfolgsfaktoren für ein weiterhin gutes und friedliches Zusammenleben, aber auch Garanten dafür, dass diese Menschen in der Schweiz auch eigenverantwortlich und selbstständig leben können. Die Schweiz hat die Integration dieser Menschen bis heute ziemlich gut geschafft.
Auch wenn die von einigen herbeigeredete grosse Flüchtlingswelle ausgeblieben ist, so haben wir doch eine Anzahl junger Menschen neu bei uns. Mir geht es darum, dass diese jungen Menschen, die eine Bleibeperspektive haben, raschestmöglich in unsere Berufswelt integriert werden können. Ich fokussiere mit dieser Motion auf den Einstieg in die Berufswelt. Selbstredend ist es aber so, dass auch für junge Menschen, die das Potenzial für ein Studium haben, mehr unternommen werden muss. Bei allen jungen Menschen wäre also eine Abklärung ihres Potenzials nach Erhalt des Entscheids, der eine Bleibeperspektive bietet, überaus sinnvoll und wichtig. Geld, das wir in Massnahmen zur guten Integration von jungen Menschen mit Bleibeperspektive stecken, ist gutinvestiertes Geld. Eine nichtgelungene Integration in die Arbeitswelt wird später viel mehr kosten.
Es freut mich deshalb, dass auch der Bundesrat die Integration in die Arbeitswelt als das Schlüsselelement ansieht. Ich habe diese Motion im Juni 2016 eingereicht. Zwei Forderungen können nicht mehr erfüllt werden: die sogenannte Flüchtlingsvorlehre bereits 2017 zu realisieren, ebenso die Budgeterhöhung per 2016. Aber das Anliegen dieser Motion, die Finanzierung einer Triage und vorbereitende Angebote für geflüchtete Jugendliche und junge Erwachsene für einen Sekundarstufe-II-Abschluss, also den Einstieg in unser ordentliches duales Bildungssystem raschestmöglich zu ermöglichen, bleibt bestehen. Der Umweg über eine Flüchtlingsvorlehre soll ja nicht zur Regel werden. Ebenso muss, ob man will oder nicht, über die Finanzierung von Integrationsmassnahmen gesprochen werden. Denn wenn Bund und Kantone hier gemeinsam sparen, sparen sie gemeinsam, so meine ich, am falschen Ort, weil dieses Sparen, davon bin ich überzeugt, weit höhere Folgekosten wegen einer Nichtintegration zur Folge haben dürfte.
Ich bitte Sie deshalb, die Motion anzunehmen, das heisst, die berufliche Integration junger Menschen als wichtig zu erachten. Die Annahme der Motion hält, so meine ich, mindestens den hohen Druck auf den Bundesrat aufrecht, sich hier tatsächlich vielleicht noch vermehrt zu engagieren, aber auch die Kantone in ihren Bemühungen besser zu unterstützen.