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Lombardi Filippo · Ständerat · 2018-09-26

Lombardi Filippo · Ständerat · Tessin · CVP-Fraktion · 2018-09-26

Wortprotokoll

Schon die Zuweisung dieser Initiative an die WBK zeigt, dass wir ein kleines Problem haben. Wir behandeln diese Frage als eine Kulturfrage, aber wäre das nicht eher ein Fall für die SPK gewesen? Wir sprechen hier nicht von irgendeinem Musikstück, das man singen oder abändern kann, wie man will und wann man will. Man spricht hier von der Identität eines Landes, und das ist es, was ich bei den heutigen Bestrebungen, die Hymne abzuändern, vermisse.

Notabene ist mir bewusst, dass wir schon eine Schwierigkeit haben, weil wir die Hymne in vier Sprachen übersetzt haben und nicht alle Übersetzungen absolut gleich sind. Es mag sein, und Herr Caroni hat es erwähnt, dass die deutsche Fassung eine Modernisierung brauchen könnte. Die italienische Fassung, so habe ich mich vergewissern können, braucht grundsätzlich keine Modernisierung: Sie wurde später geschrieben, ist eine Übersetzung und wurde vielleicht in einem anderen Geist geschrieben.

Es ist schon schwierig genug, an militärischen und diplomatischen Anlässen die gleiche Hymne in vier verschiedenen [PAGE 775] Sprachen zu singen, und es wird vermehrt ein Problem, wenn wir an Sportanlässen die Einigkeit eines Landes beweisen wollen. Da haben wir wirklich schon ein Problem. Wenn wir jetzt zusätzlich zu den vier Sprachen noch mindestens drei beliebige Versionen pro Sprache hinzufügen, dann haben wir ein Problem der Identität.

Deswegen teile ich die Auffassung von Kollege Minder, dass es richtig wäre, diesen Text in eine gesetzliche Vorlage zu fassen, zu definieren und bei Bedarf abzuändern - Herr Caroni hat darauf hingewiesen -, damit es eine Basis gibt, auf die sich alle stützen können, und damit man sie nicht beliebig ändern kann.

Der Bundesrat und auch die WBK unseres Rates hätten bis vor einigen Jahren Recht gehabt, als solche Bestrebungen eben noch nicht in Gang gesetzt worden waren. Der Vorstoss war vielleicht vor einigen Jahren nicht notwendig, weil es für alle klar war: Es gibt einen Text, der wurde vom Bundesrat definiert, so wird er auch gesungen. Aber da wir jetzt mit Änderungen angefangen haben und zwei - morgen drei, vielleicht vier - verschiedene Versionen haben, ist jetzt Handlungsbedarf gegeben, der vor zehn Jahren nicht gegeben war.

In dem Sinne teile ich absolut die Auffassung von Kollege Minder, und ich bitte Sie, dieser parlamentarischen Initiative Folge zu geben.