Kofmel Peter · Nationalrat · 2002-09-19
Kofmel Peter · Nationalrat · Solothurn · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2002-09-19
Wortprotokoll
Ich empfehle Ihnen, der Version der Kommission zu folgen, d. h., sich dem Ständerat anzuschliessen. Es ist unbestritten, dass die Organisationen der Arbeitswelt diese Kurse prioritär anbieten und auch das Hauptgewicht dieser Berufsausbildung tragen sollen. Ich würde ganz gerne auch in dieses Hohelied auf das Gewerbe, überhaupt auf alle Organisationen der Arbeitswelt, einstimmen, das da gesungen worden ist. Aber das ist eine zu enge Sicht.
Wenn wir in diesem Artikel eine Beschränkung vornehmen, also die Kantone ausschliessen, dann könnte es ohne weiteres sein, dass in gewissen Berufsfeldern, vor allem in neuen Berufen, kein Angebot da ist. Denken Sie daran, wie es vor ein paar Jahren in den Informatikberufen war. Da gab es noch keine Verbände. Die Kantone, z. B. auch der Kanton, dem ich angehöre, haben allenthalben geholfen, diese Ausbildungen aus der Taufe zu heben. Das sollten wir nicht verhindern, indem wir hier die Kantone ausschliessen. Der Hinweis auf Artikel 14d genügt meines Erachtens nicht, weil dort ausschliesslich die Berufsfachschulen genannt sind. Das ist unter Umständen, je nach Ausgestaltung, eine andere Rechtsperson als ein Kanton.
Eine schleichende Verlagerung dieser Aufgaben von den Organisationen der Arbeitswelt zu den Kantonen vermag ich hier nicht zu sehen. Es geht einzig und allein darum sicherzustellen, dass auch die Kantone eingreifen können, wenn von den Organisationen der Arbeitswelt nichts angeboten wird. Eine schleichende Verlagerung wird sich schon deshalb nicht ergeben, weil die Kantone, soweit mir bekannt ist, nicht übermässig viel Geld übrig haben, um sich hier zu engagieren.
Ich bitte Sie also, hier keine weitere Differenz zum Ständerat bestehen zu lassen und der Kommission zu folgen.