Rieder Beat · Ständerat · 2019-09-11
Rieder Beat · Ständerat · Wallis · CVP-Fraktion · 2019-09-11
Wortprotokoll
Kollege Schmid macht es mir ein wenig schwer, hier länger zu reden. Es geht ja nur um 2 Millionen Franken pro Jahr. Trotzdem bin ich als Präsident der Walliser Tourismuskammer fast verpflichtet, Sie zu bitten, dieser Minderheit zuzustimmen.
Ich war vor drei Wochen bei der Generalversammlung der Walliser Hoteliers. An der Front ist die Stimmung eine ganz andere, als Sie, Herr Bundesrat, wahrscheinlich wahrnehmen. In der Berghotellerie sind 70 Prozent der Familienbetriebe im Überlebenskampf. Diese Betriebe kämpfen mit 40 Prozent höheren Kosten, angefangen bei den Sozialabgaben über die Löhne bis hin zu den Wareneinkäufen. Eines der wenigen kleinen Mittel, um unserem Tourismus in den Berggebieten zu helfen, sind eben diese Innotour-Projekte. Die Innotour-Projekte unterstützen zum Beispiel Hotelkooperationen von kleinen und mittleren Familienbetrieben, die sich zusammenschliessen und damit Kosten senken können.
Eine Vergleichszahl erlaube ich mir schon hier in diesem Saal einmal auf den Tisch zu legen. Der Kommissionspräsident hat es gesagt: Wir haben im Tourismus 165[NB]000 Arbeitsplätze zu verteidigen. Wir haben eine Bruttowertschöpfung von 18 Prozent in der Schweiz im Tourismus, und wir haben Konkurrenz. Die Konkurrenz ist stark. Ich sage Ihnen jetzt einmal, was Österreich macht: Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank - das ist eine quasistaatliche Bank - finanzierte im Jahr 2016 mit Krediten 663 Millionen Euro zu Sondersätzen auf langen Kreditstrecken ohne Amortisationen. Das spüren Sie dann am Ende am Markt, wenn Sie diese Betriebe auch besuchen. Das ist unsere Konkurrenz. Wir, wir machen hier Erbsenzählerei und möchten Innotour 2 Millionen Franken pro Jahr weniger geben.
Vergleichen Sie das doch bitte einmal mit den Innovationen und Investitionen in unseren Konkurrenzländern, und dann wissen Sie, wie Sie zu entscheiden haben.