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Geissbühler Andrea Martina · Nationalrat · 2019-09-11

Geissbühler Andrea Martina · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-09-11

Wortprotokoll

Bei der Frage des Vaterschaftsurlaubes ist es wichtig, die Bedürfnisse des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen, denn die Kinder machen eine Familie aus. Jedes Kind hat wohl Freude, wenn es von beiden Elternteilen betreut und begleitet wird und viel Zeit mit ihnen verbringen kann. Aber gerade am Anfang seines Lebens verbringt ein Baby die meiste Zeit mit Schlafen oder Essen beziehungsweise Trinken. Also sind dann die Väter am wenigsten gefragt, und ein Vaterschaftsurlaub in dieser Zeit ist nicht sinnvoll.

Ich habe selber drei Kinder, und es ging sehr gut auch ohne Vaterschaftsurlaub. Dafür hütet und betreut mein Mann die Kinder, wenn ich hier bin, und hat deshalb eine sehr schöne, starke und enge Bindung zu den Kindern. Dafür verzichtet er auf eine hundertprozentige ausserhäusliche Arbeit. Vaterzeit ist in Eigenverantwortung zu organisieren und nicht vom Staat oder von den Arbeitgebern zu bezahlen. Wenn man für die Familien einstehen und etwas Gutes machen möchte, dann wäre es, wenn schon, sinnvoll, mehr Teilzeitstellen zu schaffen, damit beide Elternteile die kurze Zeit bis zum Schuleintritt - der seit Harmos bereits mit vier Jahren erfolgt - nutzen können, um ihr Kind individuell zu betreuen.

Mir fällt auf, dass die gleichen Kreise, welche sich für den Vaterschaftsurlaub starkmachen, ihre Kinder oft schon vor der Geburt in einer Krippe anmelden. Auch kenne ich Eltern, die während des Mutterschaftsurlaubes das ältere Kind weiterhin in die Krippe schicken. Das zeigt, dass der Eltern- oder Vaterschaftsurlaub nicht primär wegen des legitimen Bedürfnisses des Kindes, den Alltag mit dem Vater und der Mutter zusammen verbringen zu können, gefordert wird. In dieser Frage erwarte ich mehr Eigenverantwortung und Eigeninitiative, nicht noch mehr staatliche Eingriffe und damit eine höhere Steuerbelastung aller Schweizer Bürgerinnen und Bürger.

Ich bitte Sie, die Volksinitiative und den indirekten Gegenvorschlag zur Ablehnung zu empfehlen.